Mitfavorit verzichtet auf Cross-Medaille

Aaron Bienenfeld startet stattdessen in den USA durch
 
Leichtathletik. Bei den deutschen Crosslaufmeisterschaften in Ingolstadt fehlt am Samstag im Juniorenrennen über 7,1 Kilometer ein Mitfavorit. Aaron Bienenfeld, Offenbacher im Trikot des SSC Hanau-Rodenbach, führt zwar die deutsche U23-Jahresbestenliste der Halle über 5000 Meter mit 14:08,81 Minuten an und steht über 3000 Meter mit einer weiteren persönlichen Bestzeit von 8:14,21 Minuten an zweiter Stelle. Doch beim Saisonhöhepunkt der winterlichen Freiluftsaison muss der 22-jährige Europameisterschaftsteilnehmer passen – sein Studium in den USA lässt den Start nicht zu.
Dabei hätte Bienenfeld auf dem unebenen, mit schnellen Richtungswechseln und kurzen, scharfen Anstiegen sowie Gefällpassagen versehenen Wiesenparcours im Ingolstädter Hindenburgpark beste Chancen auf Gold, Silber oder Bronze besessen. Der Allrounder mit dem raumgreifenden Schritt verstand es beim letztjährigen EM-Qualifikationslauf in Darmstadt ebenso wie bei der Cross-Europameisterschaft im niederländischen Tilburg Anfang Dezember seine Kraftfähigkeiten an das Gelände anzupassen und sich seinen Platz im Team des Deutschen Leichtathletik-Verbandes zu erkämpfen. Dass es damals nach einer langen US-Crosssaison in der europäischen Laufheimat zu Rang 33 reichte, war mehr als nur aller Ehren wert, zumal sich Bienenfeld gemeinsam mit Samuel Fitwi (Vulkaneifel) und Markus Görger (Freiburg) den vierten Platz in der EM-Mannschaftswertung sicherte.
Zu Beginn der Saison 2019 steht für Aaron Bienenfeld jedoch an seinem Studienort der Universität von Cincinnati die Hallensaison im Vordergrund. Dabei gilt für ihn die gleiche Vorgabe wie für alle deutschen US-Studenten: Die Uni gibt den Wettkampfplan vor. Immerhin kostet das Studium mehrere zehntausend US-Dollar, die sich die Universitäten durch den sportlichen Einsatz ihrer Stipendiaten „zurückzahlen“ lassen. So läuft der SSC-Athlet also seit Januar wieder im Uni-Team, und das mit erheblichem Erfolg. Neben den beiden Bestzeiten über 3000 Meter und 5000 Meter glänzte er mit seinem Meilen-Hausrekord von 4:10,12 Minuten für die 1609 Meter in der Halle.
Seine Wettkampfhärte und verbesserte Grundschnelligkeit stellte er zuletzt bei den US-Conference-Studentenmeisterschaften unter Beweis, als er innerhalb von 24 Stunden zweimal Rang drei belegte. Zunächst lief er die 5000 Meter mit einem Schlusskilometer von 2:38 Minuten in 14:28 Minuten, dann ließ er die 3000 Meter mit dem Schlusskilometer in 2:35 Minuten in 8:18 Minuten folgen – und sorgte damit für das beste Laufergebnis seiner Universität seit Jahren.
Während die Vereinskollegen Lukas Abele und Julius Hild nun bei den deutschen Crosslaufmeisterschaften in Ingolstadt auf ihren besten Langstreckler im Team verzichten und damit auch die sonst mögliche Mannschaftsmedaille aus der Hand geben müssen, steht für Aaron Bienenfeld bereits die Vorbereitung auf das „Stanford Invitational“ im Mittelpunkt. Dort wird er im kommenden Monat für seine Universität die 5000 Meter laufen. „Es sind immer zehn bis 20 Athleten mit Zeiten von unter 14 Minuten am Start“, so Bienenfeld, der dann erstmals die 14-Minuten-Marke und damit auch den 22 Jahre alten SSC-Rekord seines Vereinskameraden Carsten Arndt von 14:03,12 Minuten angreifen wird. In Deutschland nimmt der U23-Junior dann ab Ende Mai wieder an Wettkämpfen teil, so dass er bereits bei den DLV-Meisterschaften im 10000-Meter-Bahnlauf Anfang Juni in Essen um Titel und Medaillen mitlaufen und dabei dann auch die Norm für die Junioren-Europameisterschaften von 29:30 Minuten angehen wird.