Dominik Müller Deutscher Doppelmeister

Lisa Oed nur knapp am Sieg vorbei, M35-Team holt Gold
Der Sieg von Dominik Müller (SSC Hanau-Rodenbach) gehörte zu den beeindruckendsten Leistungen bei den deutschen Crosslaufmeisterschaften in Ingolstadt. Müller legte in der Jugendwertung U20 auf der 6,1-Kilometer-Wiesenstrecke 32 Sekunden oder 200 Meter zwischen sich und die nächsten Verfolger, offenbarte bei seinem jederzeit kontrollierten Auftritt einen Klassenunterschied zur gleichaltrigen Konkurrenz und schuf damit die Basis zu Gold Nummer zwei. Das holte der 18-jährige Langstreckenspezialist in der Mannschaftswertung gemeinsam mit Marius Abele (5.U20) und Evan Habtemichael (45.U20).
Damit steht Dominik Müller in der Tradition der früheren Hanau-Rodenbacher Doppelmeister Carsten Arndt und Haydar Takak, denen 1989 in der damaligen A- und B-Jugend das gleiche Kunststück bei den deutschen Crosslaufmeisterschaften in Vinsebeck glückte. 30 Jahre nach deren Erfolg absolvierte nun also Dominik Müller den durch zwei Hügel und Hindernisbalken erschwerten Wiesenparcours mit einer bemerkenswerten Leichtigkeit. „Mein Trainer hat mir gesagt, dass ich bis zur Streckenhälfte abwarten und in der Spitze mitlaufen sollte, aber es war mir schon nach zwei Kilometern zu langsam, so dass ich dann direkt nach vorne gegangen bin“, erklärte der SSC-Athlet im Interview mit Leichtathletik-TV. Lediglich Mitfavorit Florian Bremm (TV Leutershausen) vermochte kurzzeitig zu folgen, ehe Müller dann wie im Training auf- und davonzog und nicht annähernd an seine Leistungsgrenze gehen musste.
Hinter ihm entbrannte ein erbitterter Kampf um die Medaillen und Urkundenränge bis Platz acht, in die ganz zum Schluss auch noch Marius Abele eingriff. Mit einem sehenswerten Endspurt flog er auf den letzten 50 Metern an drei Konkurrenten vorbei und sicherte sich nach seiner Aufholjagd von Rang 20 noch den fünften Platz. Gemeinsam mit Evan Habtemichael und Ersatzmann Karl Wandukwa ging der Mannschaftssieg mit 51 Punkten an den SSC vor Münster (73) und Regensburg (80) sowie acht weiteren Teams.
Ebenfalls Mannschaftsgold feierten die Senioren M35 mit 100-Kilometer-Nationalteamläufer Karsten Fischer (6.Platz) als Frontläufer. Der bis zum letzten Meter immer weiter aufholende Lienhard Hersel (15.Platz) und Jörn Harland (16.Platz) komplettierten das Trio, das mit 37 Punkten dank der geschlossenen Aufholjagd in der Schlussphase noch überraschend vor Ehingen (39) und Ingolstadt (42) gewann.
„Das Beste kommt zum Schluss“ war gleichfalls die Devise von Lisa Oed, der bei den Juniorinnen U23 über 5,1 Kilometer fast die Sensation geglückt wäre. Die haushohe Favoritin Miriam Dattke (LG Regensburg), U23-EM-Sechste und Team-Europameisterin von 2018, büßte nach der Streckenhälfte Meter um Meter ein und musste sich mit aller Kraft gegen die anstürmende U20-Europameisterin des SSC wehren. Nach 18:25 Minuten fehlten Oed gerade einmal vier Sekunden auf Dattke, die eine 10000-Meter-Bestzeit von 32:40 Minuten aufweist. Der Vorsprung auf die drittplatzierte Lea Meyer, ebenfalls EM-Teilnehmerin von 2018, betrug indes 48 Sekunden. In der Frauengesamtwertung stieß die 20-jährige Lisa Oed auf Rang sechs in die erweiterte nationale Elite der Erwachsenen vor.
Dort angekommen ist in seiner Disziplin schon längst 1500-Meter-Spezialist Lukas Abele. Heuer war er in der U23 über 7,1 Kilometer mit Rang 22 als Ausdauertest zufrieden. Gemeinsam mit dem stark aufkommenden Julius Hild auf Rang acht und Jakob Thöming (33.) sprang letztlich der sechste Mannschaftsplatz heraus – und angesichts des Fehlens von US-Student Aaron Bienenfeld die Gewissheit, dass mit dem aktuell vermeintlich stärksten deutschen U23-Athleten Mannschaftsgold möglich gewesen wäre.
Die Medaille sicher hatte jedoch Thomas Seibert als Dritter der Senioren M40, während es gleich viermal den vierten Platz für die weiteren Teilnehmer des SSC Hanau-Rodenbach gab. Markus Riefer in der M50, Max Grabosch in der U18, die M40-Mannschaft mit Seibert, Reinke und Unger sowie die weibliche U18 mit Taubel, Paoli und Beschorner verfehlten das Podium denkbar knapp. Louisa Fleiner auf dem 58. und Hannah Bienenfeld auf dem 62.Platz komplettierten das SSC-Quintett. In der M50 belegte Mathias Schink den 22.Platz.