Sydney Decher holt Gold bei Hindernis-Premiere

Hessentitel auch für Paoli und Müller
 Mit der Premiere der U16-Titelkämpfe boten die in Pfungstadt ausgetregenen hessischen Meisterschaften im Hindernislauf eine willkommene Neuerung.  Unter den Augen von Nachwuchs-Bundestrainer Georg Lehrer (Frankfurt) siegten Sydney Decher (SSC Hanau-Rodenbach/5:58,14 Minuten) und Patrick Lorenz (LG Odenwald/4:48,09 Minuten) jeweils überlegen im 1500-Meter-Lauf der 14- und 15-Jährigen, wobei der männliche Nachwuchs mit sieben hessischen Teilnehmern und drei Gaststartern das größte Feld an diesem Abend stellte. Mit dabei eine ganze Phalanx von SSC-Nachwuchsläufern, die mit Vizemeister Robin Petzold (5:08,46 Minuten), Bronzemedaillengewinner Cedric Eyerkaufer (5:22,81 Minuten) sowie Tom Zukrowski (5./5:26,12 Minuten) und Jan Nimbler (6./5:28,22 Minuten) punkteten.
Die Jugend agierte auch in der U18 und U20 auf hohem Niveau. Constanze Paoli (SSC Hanau-Rodenbach/5:16,72 Minuten) bezwang in ihrem ersten Hindernislauf die höher eingeschätzte Kaderathletin Sara Kiefer (SC Steinberg/5:18,25 Minuten) und sicherte sich neben Gold auch die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft. Der amtierende deutsche Crossmeister Dominik Müller sorgte über 2000 Meter mit 6:29,79 Minuten vor seinem Vereinskameraden Evan Habtemichael (6:39,46 Minuten) für einen SSC-Doppelsieg in der männlichen U20.
Frauen-Favoritin Lisa Oed stürzt über Hindernis
Die Tücke der Disziplin erfuhr hingegen Lisa Oed. Die für den SSC Hanau-Rodenbach startende Perspektivkader-Athletin stürzte im 3000-Meter-Wettbewerb der Frauen und musste mit einer Oberschenkelprellung aufgeben.
Durch Regen und Wind in ihrem Lauf ohnehin beeinträchtigt, führte eine Unnachtsamkeit nach 1000 Metern zur technischen Nachlässigkeit. „Ich habe zuerst auf die Anzeige geschaut, mich wahrscheinlich ein wenig von der Zwischenzeit von 3:29 Minuten ablenken lassen und dann beim direkt folgenden Hindernisbalken das Nachziehbein nicht hoch genug über das Hindernis geführt“, resümierte die 20-jährige Jugend-Europameisterin von 2017. Der Schlag des Beins gegen den Holzbalken machte ein Weiterlaufen unmöglich und könnte Auswirkungen auf den weiteren Saisonverlauf haben.
Während Lisa Oed mit einer Eiskompresse in die Umkleide humpelte, war klar, dass die nächsten hochwertigen Wettkampftermine zumindest mit großen Fragezeichen zu versehen sind. Denn ob ihr Einsatz bei der Europameisterschafts-Qualifikation in Karlsruhe am 18.Mai oder beim ebenfalls als EM-Quali ausgeschriebenen Sportfest in Osterode am 29.Mai möglich und sinnvoll ist, werden die nächsten Tage zeigen müssen. „Aktuell ist an ein Training nicht zu denken. Zwar ist die Schwellung nicht allzu groß, der Bluterguss verlagert sich weg vom Muskel und übt nicht mehr ganz so viel Druck wie anfangs aus, aber der Muskel schmerzt noch sehr“, lautete die Rückmeldung der Athletin einen Tag nach dem Malheur. Ein Besuch beim Physiotherapeuten des OSP gab vorsichtige Entwarnung, „er hat für die nächsten zwei, drei Tage eine ganz deutliche Besserung in Aussicht gestellt“, so Oed.
Einen Plan B gibt es dennoch, doch der „Umweg“ über die für Lisa Oed mögliche Qualifikationsdisziplin von 10000 Metern bei den Deutschen Meisterschaften am 8.Juni in Essen steht und fällt ebenfalls mit ihrer Belastungsfähigkeit.
Unverhoffte Hessenmeisterin wurde nach dem Ausfall der Favoritin die Frankfurterin Clara Costadura, die 11:01,57 Minuten lief, also 64 Sekunden über der Bestzeit von Oed aus dem Jahr 2018 blieb. Bei den Männern ging der Titel in Abwesenheit des im USA-Trainingslager weilenden Julius Hild (SSC/Bestzeit 9:12 Minuten) mit der Zeit von 9:57,97 Minuten an Oliver Hofmann vom TSV Kirchhain.