Lisa Oed hofft aufs Finale

SSC-Athletin startet bei Jugend-Weltmeisterschaft
Leichtathletik. Die U20-Weltmeisterschaften in Tampere/ Finnland stellen einen weiteren Meilenstein in der Karriere von Lisa Oed (SSC Hanau-Rodenbach) dar. Mit der Qualifikation über 5000 Meter und 3000 Meter Hindernis hat die 19-jährige Langstreckenspezialistin gleich zwei Normen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) erfüllt – letztlich fiel die Entscheidung angesichts vermeintlich besserer Platzierungschancen zugunsten der Hindernisstrecke aus.
Doch für die am Dienstag um 8.30 Uhr angesetzten Vorläufe haben sich 42 Teilnehmerinnen aus 27 Nationen gemeldet  und damit deutlich mehr als die 17 Athletinnen über 5000 Meter. Allerdings bestehen trotz der vielen Starterinnen im Hindernislauf bessere Chancen auf eine Platzierung unter den besten Acht der Welt – unter der Voraussetzung, dass sich Lisa Oed am Wettkampftag in der Topform des Vorjahres präsentieren kann,als sie in 10:00,79 Minuten überraschend den Europameistertitel gewann. Auch dieses Jahr zählt Oed mit ihrer Jahresbestleistung von 10:08,67 zu den drei schnellsten Jugendläuferinnen des Kontinents, und sie nimmt gleichzeitig Position elf in der Weltjahresbestenliste ein. Uneinholbar vorneweg die afrikanischen Nachwuchs-Asse Chespol, Yavin und Chemutai mit Zeiten knapp über neun Minuten, ehe mit der US-Amerikanerin Kristlin Gear (9:52 Minuten) auf Rang fünf die erste Nicht-Afrikanerin geführt wird. Schnellste DLV-Athletin des Jahres ist Lisa Vogelgesang (Hildesheim) mit 10:06,00 Minuten als Siebte – theoretisch allemal in Reichweite für Lisa Oed, die ihrerseits direkt vor zwei Äthioperinnen geführt wird.
„Mein Ziel ist es, das Finale der besten Zwölf zu erreichen“, hatte die vielfache deutsche Jugendmeisterin nach ihrem gelungenen Test-Wettkampf bei den nationalen U23-Juniorenmeisterschaften vor Wochenfrist erklärt. Doch seitdem hat sie nach eigenem Empfinden zwei Trainingseinheiten „in den Sand gesetzt“, einmal wegen Verdauungsproblemen, dann wegen technischer Schwierigkeiten und Muskelschmerzen bei der Hürdenüberquerung. Ob es also tatsächlich für die Top Zwölf reichen wird, hängt nun an der Regenerations- und Mobilisationsfähigkeit der letzten Tage und Stunden.
Trainer Sascha Arndt, derzeit mit 16 weiteren SSC-Athleten im Trainingslager in Oberstdorf, ist optimistisch, dass Lisa Oed in Finnland ihre Qualitäten zeigen kann.
„Lisa war bei meiner Abreise in Topförm, sie hat zuvor sowohl im Training als auch im Wettkampf alle Erwartungen erfüllt. Solange die Gesundheit mitspielt, zweifele ich nicht an ihren Möglichkeiten in Richtung Finale“, so Arndt aus Oberstdorf. Vorsichtige „Entwarnung“ gab zudem Lisas Mutter nach dem abschließenden Dauerlauf in Deutschland. „Die Beine sind wieder locker. Lisa fühlt sich deutlich besser.“ Am Dienstag um 8.30 Uhr wird sich zeigen, wie die junge Athletin im Vergleich mit den besten jugendlichen Hindernisläuferinnen der Welt auf der anspruchsvollen Strecke bestehen kann.