Lisa Oed mit ihrer achten Deutschen Meisterschaft

„Silberne Stunde“ für Hindernis-Trio Grabosch, Hild und Oed
Leichtathletik. Bei den nationalen Jugendmeisterschaften der Nachwuchsathleten U20 und U18 in Rostock war der SSC Hanau-Rodenbach mit einer Gold- und drei Silbermedaillen wie schon in den zurückliegenden beiden Jahren der erfolgreichste Mittel- und Langstreckenlaufverein Deutschlands. Dabei verteidigte Lisa Oed im 3000-Meter-Lauf ihren Vorjahrestitel in Kreisrekordzeit, nachdem sie am ersten Veranstaltungstag die „Silberne Stunde“ für den SSC mit Rang zwei im 2000-Meter-Hindernislauf eingeläutet hatte. Ihr folgten in der gleichen Disziplin der hauchdünn geschlagene Julius Hild (U20) sowie Überraschungs-Vizemeister Max Grabosch (U18).
Der 16-jährige Youngster übernahm immer wieder die Führung, sorgte konsequent für ein hohes Tempo und wurde erst in der Schlussrunde des 2000-Meter-Hindernislaufs vom späteren Sieger Paul Feuerer (1.FC Passau/6:02,65 Minuten) sowie Sven Wagner (USC Mainz) überspurtet. Während Feuerer Platz eins nach Hause lief, blieb Wagner am letzten Hindernisbalken hängen und stürzte, so dass Grabosch vorbeizog und in 6:07,86 Minuten den Vizetitel holte. Damit entschädigte er sich für Rang vier im freitäglichen 3000-Meter-Lauf, in dem er gegen die hochkarätige Konkurrenz um U18-EM-Starter Clemens Erdmann und Sachsenrekordler Julian Gering seine Medaillenambitionen frühzeitig hatte begraben müssen.
Für Lisa Oed reichte Kreisrekord Nummer eins bei der DM nicht aus. Ihre 6:38,48 Minuten im Hindernislauf waren gegenüber der erwartet starken WM-Starterin Josina Papenfuß (LG Westerstede/6:35,95 Minuten) an diesem Tag nicht schnell genug, doch ging für die Titelverteidigerung der Blick sofort in Richtung 3000-Meter-Lauf. Und hier fackelte sie nicht lange, zog nach 800 Metern im Feld das Tempo deutlich an und jubelte schließlich bei sommerlicher Wärme über Gold und ihren zweiten Kreisrekord von 9:35,90 Minuten. Im Ziel hatte sie 100 Meter Vorsprung auf Leandra Lorenz (RSV Eintracht Berlin/9:53,70 Minuten). Damit löste die nunmehr achtfache deutsche Jugendmeisterin ihre Kreisrekord-Vorgängerin Anke Lipfert (LAZ Bruchköbel) aus dem Jahr 1984 ab.
Immerhin 32 Jahre lang bestand die Rekordmarke von Dirk Lösel (SSC/5:56,1 Minuten) im 2000-Meter-Hindernislauf der U20. Doch wie sein Vereinskamerad Julius Hild nach der 1000-Meter-Zwischenzeit von 3:00 Minuten das finale furioso einleitete, riss nicht nur die Zuschauer von den Plätzen, sondern pulverisierte auch die bisherige Bestzeit. Im Dreikampf mit dem favorisierten WM-Teilnehmer Velten Schneider (VfL Sindelfingen/5:49,45 Minuten) und Crossmeister Nick Jäger (TSV Penzberg/5:48,65 Minuten) spurtete er nach mehreren Führungswechseln bis auf die Ziellinie um jede hundertstel Sekunde und musste sich letztlich hauchdünn in 5:48,75 Minuten mit der Silbermedaille zufrieden geben. „20 Meter weiter, und ich hätte ihn gehabt“, erklärte der inzwischen sechsfache deutsche Vizemeister, der dennoch überglücklich über die unerwartete Steigerung seiner Bestzeit um neun Sekunden war.
Pech hatte hingegen Marius Abele. Er verlor im 5000-Meter-Finale durch den Kontakt mit einem Konkurrenten seinen Laufschuh und hatte mit diesem Handicap in der schnellen Schlussphase keine Chance mehr. Der Vorjahres-Vizemeister des 3000-Meter-Lauf U18 belegte unter Wert geschlagen in 15:47,12 Minuten den neunten Platz. Kleines Trostpflaster: Er ist 2019 erneut in der Jugend U20 startberechtigt und war trotz des Schuhverlusts zweitschnellster Läufer seines Jahrgangs 2000.
Auf der Vereinsseite postete der Vorstand nach den vier errungenen DM-Medaillen: „Es ist wieder „ein kleines Wunder“, wie der SSC Hanau-Rodenbach zahlreichen hauptamtlich geführten und trainierten Großvereinen nicht nur auf Augenhöhe begegnet, sondern sogar besser als sie abschneidet. Da können wir uns wieder freuen und wirklich stolz sein ! Danke an alle Mitwirkenden, die diese Erfolge möglich machen, denn „von alleine“ kommen sie nicht zustande, und selbstverständlich sind sie schon gar nicht.“