Hild verfehlt Gesamtsieg hauchdünn

Lisa Oed souverän vor Kerstin Bertsch
Die 39.Jügesheimer Winterlaufserie hatte zahlreiche Überraschungen parat. So traten mit Abdelkabir Zaroual (LG Eintracht Frankfurt) und Marius Abele (SSC Hanau-Rodenbach) die beiden Anwärter auf den Gesamtsieg zum entscheidenden Lauf wegen anderer Wettkampfplanung sowie Krankheit erst gar nicht an, und dann ließ der Rodenbacher Junior Julius Hild seine Chance auf Rang eins ungenutzt. Während Kalayu Gezegiher (LGE Frankfurt) in 32:38 Minuten voll durchzog, hielt sich Hild exakt an den 3:15-Minuten-Schnitt und hatte nach 32:31 Minuten zwar im Tagesvergleich die Nase vorn, nicht jedoch in der Dreier-Serienwertung, die er mit 14 Sekunden Rückstand als Zweiter beendete.
„Ich habe während des Rennens nicht darüber nachgedacht“, erklärte Hild später. Er hatte seinen stürmisch gestarteten Konkurrenten frühzeitig überholt und nachfolgend „aus den Augen und aus dem Sinn“ verloren, während dieser eisern den Abstand gering hielt. So siegte Gezegiher in der Gesamtwertung mit der Zeit von 1:38:21 Stunden vor Hild (1:38:35 Stunden) und Zultan Abdu (Frankfurt/1:39:08 Stunden).
Für Julius Hild war der entgangene erste Platz kein Drama, schließlich konzentrierte sich der 19-jährige Psychologie-Student auf seinen in Wochenfrist folgenden Start bei den deutschen Hochschulmeisterschaften. Dort startet er wie Lisa Oed über 3000 Meter, und auch Oed nahm den Jügesheimer Einsatz als „harten Trainingslauf“ in die direkte Vorbereitungsphase. Ihre 34:48 Minuten bedeuteten zwar den überlegenen Sieg vor ihrer SSC-Vereinskameradin Kerstin Bertsch (1.W30/37:01 Minuten) und gemeinsam mit Tatjana Rauhut (7./40:20 Minuten) eine beachtliche Mannschaftszeit von 1:52:09 Stunden, doch vollkommen zufrieden war Oed dennoch nicht. „Die Zeit ist gut, klar. Aber ich bin schon häufig 35er-Zeiten gelaufen und war komplett locker, während ich hier richtig investiert habe“, so Oed, die im Training zuletzt jedoch keinerlei Schonung kannte und diesen „Packen“ sicher mit durch den Jügesheimer Wald schleppte. Dort waren die geschotterten Waldwege erstaunlich gut zu laufen, auch wenn der Vergleich zu den asphaltierten Hochgeschwindigkeitsstrecken bei Stadtläufen weitere Zeitreserven offenbarte.
Über die Erwartungen gut war nicht nur U20-Sieger Dominik Müller (SSC/30:50 Minuten), sondern der Rodenbacher Wiedereinsteiger Dirk Busch. Der frühere 30-Minuten-Läufer zeigte bei seinem ersten Start im SSC-Trikot als Sieger der Altersklasse M40 in 32:37 Minuten eine Seniorenleistung nationalen Formats. „Ich hatte auf eine Zeit um 33:20 bis 33:00 Minuten gehofft, aber dass es dann so gut läuft, war eine Überraschung“, freute sich Busch über den Coup, mit dem er in den Leistungsbereich des mehrfachen deutschen Seniorenmeisters Thomas Seibert aufrückt. Dennoch wird er seine Meisterschaftsambitionen dieses Jahr aus zeitlichen Gründen noch zurückstellen und auf die Einsätze bei den hessischen und deutschen Crosslaufmeisterschaften verzichten, doch der Einstieg in die höchste Wettkampfebene ist für den weiteren Jahresverlauf fest eingeplant.
Drei Seriensiege fuhren schließlich die SSC-Athleten in ihren Wertungsklassen ein: Angela Schick gewann in 2:14:33 Stunden die Jugend U20, während bei den Männern Markus Riefer (M50/1:47:48 Stunden) und Frank Seidel (M55/2:00:51 Stunden) ganz vorne lagen.