Oed und Abele Deutsche Hochschulmeister

Zwei Mal Studenten-Gold für SSC-Läufer
Lisa Oed und Lukas Abele (SSC Hanau-Rodenbach) haben bei den deutschen Hochschulmeisterschaften innerhalb weniger Minuten zwei Mal Gold geholt. Während Lisa Oed vor ihrem 3000-Meter-Lauf zwar „wankte“, letztlich aber ihrer Favoritenrolle eindrucksvoll gerecht wurde, zog Lukas Abele gegen zwei vermeintlich stärkere 800-Meter-Läufer von Beginn an voll durch und ließ die Konkurrenz förmlich stehen.
Es waren die beiden Karlsruher Pascal Kleyer, früherer U20-Europameisterschaftsteilnehmer, sowie sein Trainingsgefährte Holger Körner, die Lukas Abele angesichts ihrer schnelleren Hallenbestzeiten von 1:50 Minuten Respekt einflößten. Doch als dem SSC-Athleten nach 100 Metern ein Tritt in die Beine das Adrenalin durch den Körper jagte, kannte er kein Halten mehr. „Bevor das nochmal passiert und ich auf der Bahn liege, mache ich lieber das Tempo“, resümierte der 22-jährige Maschinenbaustudent der TH Mittelhessen in Friedberg nach dem Lauf. Diese Taktik zeigte bereits nach 600 Metern Erfolg, als Körner abfiel. Der Schlussangriff von Kleyer kam schon gar nicht mehr bei Abele an, der Meter um Meter herausholte und im Ziel mit 1:51,44 Minuten für klare Verhältnisse vor Kleyer (1:52,07 Minuten) und Körner (1:52,92 Minuten) gesorgt hatte. Der nächste Einsatz steht für den Kreissportler des Jahres nun bei den deutschen Leichtathletikmeisterschaften in Leipzig am kommenden Wochenende über 1500 Meter auf dem Programm.
Lisa Oed musste vor dem Lauf mehrere „Schreckminuten“ verkraften und erwog gar einen Startverzicht. „Es geht heute gar nicht“, klagte die 20-jährige Medizinstudentin der Uni Frankfurt nach dem Einlaufen über ein unerklärliches Gefühl der Kraftlosigkeit. Vergessen der Plan, die 3000 Meter in Richtung 9:30 Minuten laufen zu wollen, vergessen auch die haushohe Favoritenstellung. Doch die Medizinstudentin riss körperlich und mental das Ruder herum, rappelte sich nach drei zunehmend forcierten Steigerungsläufen wieder auf und zeigte dann im Rennen ihre Klasse. Zwar hielt sie sich mit der Tempogestaltung zurück, doch nach 6:33 Minuten für die 2000-Meter-Zwischenzeit konnte sie bereits einen kleinen Vorsprung auf Cliona Murphy (TU Darmstadt) herauslaufen und schließlich in 9:45,75 Minuten sicher vor der gebürtigen Britin (9:56,66 Minuten) gewinnen.
Sichtlich zufrieden war auch Julius Hild über seinen zweiten Platz in 8:40,39 Minuten bei den Männern. Lange Zeit führte er das Verfolgerfeld hinter dem überlegenen Nils Voigt (Uni Bochum/8:23,82 Minuten) an, um dann im Spurt auch seinen Dauerkonkurrenten Steffen Ulmrich (Uni Heidelberg/8:41,69 Minuten) zu überholen. Für Philip Ahne war der zehnte Platz im 800-Meter-Lauf in 2:04,88 Minuten ebenfalls ein persönlicher Erfolg.