SSC-Crosser eine Klasse für sich

Souveräne Siege bei den hessischen Crosslaufmeisterschaften

Als erfolgreichster Verein mit insgesamt zehn Siegen von den 13-jährigen Schülern bis zu den Senioren M50 kehrte die Athleten des SSC Hanau-Rodenbach von den hessischen Crosslaufmeisterschaften aus Gudensberg bei Kassel zurück. Eine Klasse für sich waren nicht nur die bereits international eingesetzten Lisa Oed bei den Frauen und Dominik Müller bei der Jugend U20, sondern auch die mehrfachen deutschen Meister Markus Riefer (M50), Thomas Seibert (M40) und die Nachwuchs-Asse Johanna Uherek (W15) sowie Tristan Kaufhold (M13).

Bereits zu Beginn der mit 600 Teilnehmern aus 90 Vereinen besetzten Großveranstaltung zeigte der Großkrotzenburger Tristan Kaufhold, wer aktuell der schnellste U14-Langstreckler Hessens ist. Seinem forschen Rennen über zwei Kilometer vermochte keiner der 39 weiteren Konkurrenten zu folgen, so dass Kaufhold in 7:50 Minuten das Feld deutlich vor dem Frankfurter Filfil Gebeyehu (8:07 Minuten) anführte. Spannend war die Entscheidung dann allenfalls in der Mannschaftswertung, wo die LGE Frankfurt den Spieß herumdrehte und mit 21 Punkten vor dem SSC mit Kaufhold, Hopp und Beschorner mit 28 Punkten gewann. Während die U16-Jungs trotz des überraschenden Vizetitels von Robin Petzold (2.M15) mit Tom Zukrowski und Cedric Eyerkaufer ebenfalls knapp geschlagen Zweite wurden, schafften die U16-Mädchen mit Doppelmeister Johanna Uherek an der Spitze den überlegenen Mannschaftserfolg. Nichts zu sehen war von der Vortagesbelastung für Uherek, die erstmals Kreismeisterin im 1000-Meter-Gehen geworden war und dabei einen „sehr harten Wettkampf“ erlebt hatte. Dagegen war die langgezogene Steigung in Gudensberg offensichtlich eine Kleinigkeit, denn „heute waren die Beine wieder locker“, wie die Hessenkader-Athletin kommentierte. Gemeinsam mit Vanessa Mikitenko und Linda Habtemichael gab es für sie mit lediglich zwölf Mannschaftspunkten Gold vor dem TSV Niederelsungen (59 Punkte). In der Nachwuchs-Mannschaftswertung der weiblichen U18 holten sich Vizemeisterin Elena Taubel sowie ihre Vereinskameradinnen Constanze Paoli und Louisa Fleiner ihr erstes Jugendgold – das blieb den Youngstern der U14 mit der erst zehnjährigen Anne Grabosch (2.W11), Carla Taubel und Charlotte Uherek mit 34 Punkten und vier Zählern Rückstand diesmal noch knapp verwehrt.
Drei Wochen vor den deutschen Crosslaufmeisterschaften präsentierte sich U20-Ass Dominik Müller in bestechender Form. Keine Spur mehr von den leichten Achillessehnenproblemen, die drei Tage zuvor ein vorzeitiges Trainingsende als Vorsichtsmaßnahme nach sich gezogen hatten. „Das lag wohl an den falschen Schuhen“, so Müller, der einen Start-Ziel-Sieg feierte und auf der profilierten Wald- und Wiesenstrecke seine Geländetauglichkeit eindrucksvoll unter Beweis stellte. Im Ziel hatte er nach vier Kilometern und 13:30 Minuten 200 Meter Vorsprung auf den gleichzeitig gestarteten U18-Sieger und gar 400 Meter Vorsprung auf seinen Vereinskameraden Evan Habtemichael (14:48 Minuten), der mit Rang zwei in der Einzelwertung seinen bislang größten Erfolg feierte. Das SSC-Duo stand zudem noch mit Sasha Müller als Mannschaftssieger ganz oben auf dem Podest.
Einsame Spitze bei den Frauen war erwartungsgemäß Lisa Oed, der ebenfalls ihre Fähigkeiten als deutsche Berglaufmeisterin und Cross-EM-Starterin zugute kamen. Aus dem vollen Training heraus lief sie ein tempoorientiertes 4,0-Kilometer-Rennen, in dessen Verlauf sie mit 14:55 Minuten 29 Sekunden auf Clara Costadura (Spiridon Frankfurt/15:24 Minuten) und fast eine Minute auf Anna Starostzik (Frankfurt/15:51 Minuten) heraus holte. Moderatur Artur Schmidt war nach ihrem beeindruckenden Lauf voll des Lobes, sah die U23-Juniorin schon mit einem halben Bein bei der WM in Tokio, doch Lisa Oed wusste ihre Leistung einzuordnen. „Die nationale Konkurrenz ist unglaublich stark. Jetzt muss ich erstmal die deutschen Meisterschaften Anfang März in Ingolstadt abwarten, denn dort gibt es die erste richtige Standortbestimmung dieser Saison – da wäre eine Medaille ein großer Erfolg.“
Dort werden auch die beiden Senioren Markus Riefer und Thomas Seibert zum engsten Favoritenkreis gezählt werden. Denn sowohl Riefer als M50-Doppelsieger in der Einzel- und Mannschaftswertung mit Frank Seidel (3.M55) und Mathias Schink als auch Thomas Seibert (M40) hatten mehr als 150 Meter Vorsprung auf die schärfsten Konkurrenten.