Harry Arndt

Überblick über die ehrenamtliche Arbeit für den Sport und über die
sportlichen Leistungen von Harry A. Arndt (26.11.1936)

A. Ehrenamtliche Arbeit

1.0 Arbeit als Personalrat: Über 10 Jahre Vorsitzender des Personalrats an der Gebeschus-Schule in Hanau.
2.0 Vereinsarbeit an der Basis:
2.1 Initiator und Begründer des Schul-Sport-Clubs SSC Hanau-Rodenbach (gegründet 1975 an der Hanauer Gebeschus-Schule).
Hinweis: Der Schul-Sport-Club SSC war der erste Leichtathletik -Verein in Hessen, der die
Integration der ausländischen Kinder und Jugendlichen als verbindliches
Ziel in der Satzung des Vereins festgelegt hat.
2.2 Vorsitzender (1977-2006 u. weiterhin), Sportwart (1975-1977) u. verantwortlicher
Nachwuchstrainer (1975-2006 u. weiterhin)
im Schul-Sport-Club SSC.
Hinweis: Unter Leitung von Harry A. Arndt erreichte der SSC Hanau-Rodenbach in den ersten 30 Jahren
seines Bestehens (1975 -2005) über 30 Deutsche Meister-Titel, über 30 Nominierungen für die
Deutsche Nationalmannschaft mit
vorderen Platzierungen bei Welt- u. Europa-Meisterschaften und bei Länderkämpfen; über
300 Hessen-Meister-Titel und über 1.000
Kreis- u. Bezirks-Meister-Titel
; der SSC gehört damit zu den erfolgreichsten Leichtathletik- und Laufsport-Vereinen in Hessen
und in ganz Deutschland.
3.0 Ehrenamtliche Arbeit in nationalen Organisationen u. Verbänden
3.1 Initiator der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung DUV mit Sitz in Rodenbach/Hanau (die DUV wurde 1985 auf Einladung von H.A.
Arndt in seinem Haus in Rodenbach gegründet).
3.2 Sportwart der DUV (1985-1990), 1. Vorsitzender/Präsident der DUV
(1990-2002), Herausgeber des ‚DUV-Statistik-Jahrbuches‘
(1991-2001).
Hinweis: Die Deutsche Ultramarathon-Vereinigung DUV ist mit 1.500 Mitgliedern die größte nationale Ultramarathon-Vereinigung der
Welt und die größte Läufer-Vereinigung in Deutschland, das ‚DUV-Statistik-Jahrbuch‘ das führende Ultramarathon-Statistikwerk der
Welt.
3.3 Ultramarathonwart des Deutschen Leichtathletik-Verbandes DLV (1988-2003), Begründer u.
Leiter der deutschen
Ultramarathon-Nationalmannschaft
(1988-2003).
Hinweis: Die deutsche Nationalmannschaft im 100 km- u. 24-Stunden-Lauf hat von 1988 bis 2003 unter Leitung von H.A.Arndt bei
Welt- u. Europameisterschaften über 50 Medaillen gewonnen und gehört damit zu den drei erfolgreichsten
Ultramarathon-Nationalteams der Welt.
4.0 Ehrenamtliche Arbeit in internationalen Verbänden (IAU u. IAAF)
4.1 Arbeit als Mitglied des Executive Council (Präsidium) des Weltverbandes der Ultramarathonläufer IAU (International
Association of Ultrarunners) 1988 – 2006, ‚IAU Director of Competitions‘ (IAU-Wettkampf-Sportwart) 2000 – 2006.
4.2 Arbeit als ‚IAAF Course Measurer’/Streckenvermesser des internationalen Leichtathletik-Verbandes IAAF: Durchführung der
IAAF-Streckenvermessungen bei insgesamt 20 Welt- und Europa-Meisterschaften im Marathon-, Halbmarathon-, 100 km- und
24-Stunden-Lauf (u.a. in Taipei/Taiwan, Seoul/Korea, Moskau/Russland, Palamos/Spanien, Split/Kroatien, Florenz/Italien,
Winschoten/Niederlande, Uster/Schweiz, Brno/Tschechische Republik, Wörschach/Österreich, München…).
Durchführung von
Ausbildungs-Seminaren des DLV und der IAAF für Streckenvermesser in Deutschland, Russland und Weißrussland.
5.0 Organisation von nationalen und Internationalen Laufsport-Veranstaltungen
5.1 Initiator (und meist auch Organisator) der folgenden Laufsport-Veranstaltungen und Meisterschaften: ‚Deutscher Senioren- u.
Frauen-Marathon‘ (1975-1986 in Rodenbach/Hanau, in Zusammenarbeit mit Dr. van Aaken u. Arthur Lambert), Int. Deutscher 100
km-Lauf‘ (1984-2006 in Rodenbach/Hanau), ‚100 km-Europa-Cup‘ (1985), offizielle Deutsche Meisterschaften im 100 km-Straßenlauf
(1987 in Rodenbach/Hanau)‚ Int. Deutsche Meisterschaften im 100 km-Bahnlauf‘ (DUV/1989 in Ronneburg/Hanau), ‚Int. Deutsche
Meisterschaften im 24-Stunden-Lauf‘ (DUV/1989), Hessische 100 km-Lauf-Meisterschaften (HLV/1988 in Rodenbach/Hanau),
Süddeutsche 100 km-Meisterschaften (SLV/1990 in Rodenbach/Hanau), ‚Int. Deutsche Meisterschaften im 50 km-Ultramarathon‘
(DUV/1995 in Rodenbach/Hanau), Int. Deutsche Ultramarathon-Meisterschaften im Cross- u. Landschaftslauf (DUV/2001). Initiierung
u. Organisation der ‚Offenen Hanauer Meisterschaften im 1.000 m-City-Lauf (2000 in Hanau), 2006 über 1.500 Teilnehmer – größte
Schüler-Lauf-Meisterschaft in Hessen.
5.2 Organisation von insgesamt 7 offiziellen Deutschen Meisterschaften des DLV – 5 Deutsche 100 km-Lauf-Meisterschaften (1987,
1990, 1996, 2000, 2006) und 2 Deutsche 25 km-Lauf-Meisterschaften, von 15 Hessischen u. 10 Süddeutschen Meisterschaften in
Rodenbach/Hanau.
5.3 Initiator und Organisationsleiter von 6 Deutschland-Staffel-Läufen für Schüler und
Jugend
(1980, 1981, 1984, 1987, 1995, 1998), darunter des Deutschland-Laufes für Fairness und Freundschaft von Oberstdorf über
Magdeburg und Mölln nach List/Sylt als Antwort auf die neonazistischen Ausschreitungen in Magdeburg, Mölln und Solingen, und
zwei
Trans-Europa-Läufen
von Tarifa/Gibraltar bis zum Nordkap/Nördliches Eismeer (1983) sowie von
Bonn über Split nach Athen und
Olympia
(1987).

B. Sportliche Leistungsbilanz (Auszug)

1.0 Rekorde/Bestleistungen
1.1 Altersklassen-Welt-Rekorde: Über 10 Senioren-Weltbestleistungen im Ultramarathon-Lauf, darunter folgende Weltrekorde:
100 km-Straßenlauf, Klasse M45: 6:49:17 Stunden (1983 – 1990), 100 km-Bahnlauf, Klasse M50:
7:12:26 Stunden (1986 – 1995),
100 Meilen (160,934 km), Klasse 45: 12:51:15 Stunden (1984 – 2002).
1.2 Deutsche Rekorde/Bestleistungen (Männer-Hauptklasse): 100 Meilen (160.934 km) – 12:51:15 Stunden (1984-2006, weiterhin gültig);
24-Stunden-Lauf, Bahn – 239,200 km (1988); 24-Stunden-Lauf, Straße, Mannschaftswertung – 665,903 km, gemeinsam mit Peter Mann u. Sükrü Meric (1989-2006, weiterhin gültig). Insgesamt über
15 Deutsche Altersklassen-Rekorde/-Bestleistungen aufgestellt.
2.0 Internationale und Deutsche Meisterschaften
Senioren- Weltmeisterschaften: Drei Medaillen im Cross-Lauf, im 25 km-Lauf und
im Marathon-Lauf.
2.2 Deutsche und Hessische Meisterschaften (Männer-Hauptklasse): Deutscher Vizemeister u. Hessenmeister im 100 km-Lauf,
Teamwertung.
2.3 Deutsche u. Hessische Senioren-Meisterschaften: 2 x Deutscher Seniorenmeister (100 km-Lauf u. Berglauf), mehrere
Hessen-Senioren-Meister-Titel.
3.0 Besondere persönliche sportliche Leistungen:
3.1 Als einziger deutscher Senioren-Leichtatlet in allen Laufdisziplinen von 800 m bis 100 km (800 m, 1.000 m, 1.500 m, 3.000 m,
5.000 m, 10.000 m, 10 km, Halbmarathon, Marathon, 100 km) in der Deutschen Senioren-Bestenliste platziert (1996).
3.2 Während der gesamten sportlichen Laufbahn keinen einzigen Wettkampf aufgegeben
(„We never give up!“).

Bisherige Ehrungen und Auszeichnungen:

a. Verleihung des Bundesverdienstkreuzes (1996), u.a. für soziales Engagement im Sport (u.a. Einsatz für die Integration
ausländischer Kinder u. Jugendlicher).
b. Verleihung der Sportplakette der Stadt Hanau (2001).
c. Verleihung des August-Schärttner-Preises (2002) „..für.. Verdienste um die Förderung des Kinder- u. Jugendsports sowie die
soziale Integration junger ausländischer Mitbürger..“.
d. Ernennung zum Ehren-Präsidenten der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung DUV (2002).
e. Verleihung des DLV-Ehren-Schildes des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (2004).
f. Ernennung zum „Life IAU Honorary Vice-President“ der International Association of Ultrarunners (Oktober 2006).
g. Verleihung des Ehrenbriefes des Landes Hessen (26.November 2006)

Zusammengestellt von Sigrid Arndt (November 2006).

70. Geburtstag von Harry A. Arndt – 26. November 2006

70 km-Geburtstags-Lauf und Hessen-Ehrenbrief zum 70. Geburtstag von Harry A. Arndt

Harry Arndt, Ehrenpräsident der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung DUV und Ehren-Vizepräsident des Weltverbandes der
Ultramarathon-Läufer IAU, bleibt sich auch mit 70 Jahren treu und feiert seinen 70. Geburtstag auf seine unverwechselbare Weise.
„Ich werde meinen 70. Geburtstag am 26. November entsprechend meinem Lebens- und Arbeitsstil als Sportler und ‚Arbeiter für den
Sport‘ auf eine adäquate sportliche und spartanische Art und Weise feiern: Zuerst durch einen ‚70 km-Geburtstags-Lauf‘ und dann
durch eine anschließende kleine ‚konventionelle‘ Geburtstagsfeier im Jugendzentrum Ronneburg auf dem Weißen Berg.“
Der 70 km-Geburtstags-Lauf startet am 26. November um 9.00 Uhr im Stadion des Jugendzentrums Ronneburg. Der dann exakt 70 Jahre
alte Vorsitzende des Schul-Sport-Clubs SSC Hanau-Rodenbach will während des Ultramarathonlaufes an seinem eigenen‚
Geburtstagsgeschenk‘ hart ‚arbeiten‘ und während des Wettkampfes zwei Deutsche Bestmarken im 50 km-Ultramarathon und im
6-Stunden-Lauf festlegen. Über ‚sympathisierende‘ Gäste und Zuschauer, die ihn bei seinem ‚schwersten Wettkampf dieses
Jahrhunderts‘ moralisch unterstützen, würde er sich natürlich sehr freuen, vor allem in den ‚schweren Stunden‘ ab vier/fünf
Stunden Laufzeit (ab 13/14 Uhr).
Harry Arndt, der in seiner sportlichen Karriere als Ultramarathonläufer mehrere Deutsche Bestleistungen in der Hauptklasse und
über ein Dutzend Altersklassen-Welt- und Deutsche Rekorde aufgestellt hat, absolviert seinen Geburtstags-Lauf nicht allein,
sondern mitten drin in einem erlesenen Starterfeld. An dem Ehrenlauf nehmen unter anderem Teil: Der Präsident und der
Vizepräsident der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung DUV Dr. Stefan Hinze (Kaiserslautern) und Herbert Hausmann (Würzburg), die
Deutsche 100 km-Meisterin Carmen Hildebrand (SSC/Steinau), die 100 km-Nationalteammitglieder Simone Stöppler (SSC/Bad Salzschlirf)
und Marion Braun (DLV/Simmerath), die Deutsche Meisterin Dr. Iris Reuter (SSC/Gießen), der mehrfache Deutsche Jugend- und
Juniorenmeister Dr. Michael Schrodt (SSC), die Hessischen 100 km-Mannschaftsmeister Sebastian Kraft und Michael Heer (beide SSC).
Der ‚konventionelle‘ Teil der einfachen Geburtstagsfeier beginnt um 18 Uhr im Saal des Jugendzentrums. Nach der Siegerehrung des
70 km-Geburtstags-Laufes wird als Höhepunkt der Landrat des Main-Kinzig-Kreises, Erich Pipa, den Ehrenbrief des Landes Hessen
überreichen. Nach weiteren kurzen Grußworten beginnt ein lockeres Freundschafts- und Kameradschaftstreffen, an dem über 100
SSC- und DUV-Mitglieder, alte Mitstreiter und Mannschaftskameraden sowie Förderer des SSC und der DUV zusammenkommen werden.
Der SSC-Vorsitzende freut sich, neben dem amtierenden Landrat Erich Pipa auch den ‚Landrat a. D.‘ Karl Eyerkaufer und die‚
Oberbürgermeisterin a. D.‘ Margret Härtel; die Präsidenten der beiden größten deutschen Läufervereinigungen DUV und IGL,
Dr. Stefan Hinze und Peter Bayer, die HLV-Ehren-Vizepräsidentin Margret Lehnert, den Vorsitzenden des HLV-Rechtsausschusses
Dr. Peter Graßmück und den HLV-Kreis-Vorsitzenden Paul Gast als Ehrengäste begrüßen zu können.
In seiner Einladung zum 70. Geburtstag hat Harry A. Arndt auch seinem speziellen Geburtstags-Wunsch geäußert: „Bitte keine
Geschenke – stattdessen eine Spende für die ‚Harry-Arndt-Sport-Stiftung‘ (zur Nachwuchs-Förderung im Schul-Sport-Club SSC
Hanau-Rodenbach)“.

Oktober 2004

Harry Arndt erhält DLV-Ehrenschild

Basis-Arbeit und Erfolge auf internationaler Ebene

Harry Arndt ist mit einer weiteren großen Ehrung für seine sportlichen und sportorganisatorischen Leistungen bedacht worden.
Nachdem er 1996 das Bundesverdienstkreuz und 2002 den August-Schärttner-Preis erhalten hatte, würdigte der Deutsche
Leichtathletik-Verband die Verdienste des 68jährigen Niederrodenbachers nun mit dem 2004 bundesweit lediglich vier Mal vergebenen
DLV-Ehrenschild, der vom HLV-Präsidenten Wolfgang Schad (Obertshausen) in der Rodenbachhalle überreicht wurde. In seiner Laudatio
hob Schad den Geehrten als „stets kompetenten Partner des DLV“ hervor, der entscheidenden Anteil an der Etablierung des
meisterschafts- und bestenlistenfähigen Ultramarathonlaufes – also jener Laufstrecken von mehr als 50 Kilometer Länge – im
nationalen und internationalen Bereich habe.

Nach seiner eigenen Karrriere, während der er noch 1983 im Alter von 47 Jahren mit 6:49:17 Stunden eine 100-Kilometer-Weltklassezeit
erzielte, trieb Harry Arndt durch die Gründung der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung (DUV) die Entwicklung rasant voran. Sein Ziel
der Einführung Deutscher Meisterschaften in Zusammenarbeit mit dem DLV war schon 1987 erreicht, nachdem auf der von ihm
eingerichteten Musterstrecke der exakt vermessenen zehnmal zu durchlaufenden Zehn-Kilometer-Runde in Rodenbach bereits
Europacup-Läufe stattgefunden hatten.

Ab 1988 bis 2003 führte er als verantwortlicher Mannschaftsleiter das DLV-Nationalteam zu mehr als 50 Medaillen bei Europa- und
Weltmeisterschaften im 100-Kilometer-Straßenlauf.

Gleichzeitig arbeitete er im internationalen Gremium des Weltverbandes mit, in dem er seit 2000 die Rolle des Wettkampf-Sportwartes
einnimmt.

Besonders stolz ist Harry Arndt auf die Verknüpfung seiner Tätigkeitsfelder von „ganz unten an der Basis“ bis hin zur Arbeit auf
nationaler und internationaler Ebene. So steht der pensionierte Pädagoge seit der Gründung des SSC Hanau-Rodenbach 1975 zweimal pro
Woche sowie am Wochenende als Nachwuchstrainer für Kinder ab sechs Jahren zur Verfügung. Aus dieser Grundlagentätigkeit gingen auch
die Erfolge von Sohn Carsten Arndt hervor, der als Deutscher Jugendrekordhalter, mehrfacher EM- und Junioren-WM-Teilnehmer sowie
zwölffacher Deutscher Meister in den achtziger und neunziger Jahren zum Kristallisationspunkt für einige der besten Nachwuchsläufer
Deutschlands im SSC Hanau-Rodenbach wurde. Die Bilanz der Vereinssportler mit mehr als 25 Deutschen Meistertiteln und
Nationalteameinsätzen kann sich auch aktuell bundesweit sehen lassen.

An der Basis wirkt Harry Arndt weiterhin durch die Ausrichtung von reinen Schülerveranstaltungen wie der Hanauer
Stadt-Schulmeisterschaft mit mehr als 1.000 Teilnehmern, während er gleichzeitig die Durchführung der Deutschen
100-Kilometer-Meisterschaften 2006 plant.

„Was Arndt geleistet hat, ist einmalig. Leider haben wir nicht viele Männer dieser Art in unseren Reihen“, dankte Wolfgang Schad
dem Vereinsvorsitzenden des SSC Hanau-Rodenbach.

Nach der Überreichung des Ehrenschildes würdigte Arndt die vielen Helferinnen und Helfer, die sein Engagement erleichterten, hob
die familiäre Unterstützung durch Ehefrau Sigrid sowie die beiden Söhne hervor und dankte der Gemeinde für die Förderung des
Sports durch die Bereitstellung der notwendigen Anlagen wie der Kunststoffbahn im Waldstadion. Dadurch sei eine langfristige
Förderung des stetig wachsenden Vereinsnachwuchses möglich, der 2004 ein Dutzend erste und viele weitere vordere Platzierungen in
der hessischen Bestenliste einnimmt.

Mit freundlicher Genehmigung des Hanauer Anzeigers

Harry Arndt August-Schärttner-Preisträger 2002

Jugend auf die richtige (Lauf-)Bahn gebracht

Entdecker, Förderer, Wegbereiter, Initiator, Motor, Organisator: SSC-Gründer Harry Arndt erhält den August-Schärttner-Preis

Die Einsamkeit des Langstreckenläufers hat es für ihn nie gegeben. Für den Läufer aus Leidenschaft war und ist die flotte
Fortbewegung Liebe und Lebensinhalt zugleich. Seine Ziele verfolgt er unveränderlich und ausdauernd: die eigenen Grenzen der
Leistungsfähigkeit ausloten, junge Menschen für den Sport begeistern. Ein Leben außer Atem, um junge Menschen auf die richtige
(Lauf-)Bahn zu schicken. Für sein „beeindruckendes und einzigartiges Lebenswerk“ wurde Harry Arndt in der vergangenen Woche im
Roten Saal von Schloss Philippsruhe mit dem August-Schärttner-Preis ausgezeichnet.

Die zum fünften Mal von der Sparkassen-Sportstiftung Main-Kinzig verliehene Würdigung für besonderes ehrenamtliches Engagement
ist mit 1.600 Euro dotiert. Landrat Karl Eyerkaufer bezeichnete den Gründer des Schulsportclubs (SSC) Hanau-Rodenbach als
Entdecker, Förderer und Wegbereiter von Talenten. Hanaus Oberbürgermeisterin Margret Härtel lobten den „sehr engagierten Mann“
dafür, dass er als Lehrer an der Gebeschus-Schule im Lamboy-Gebiet „junge Leute in einem sozialen Brennpunkt von der Straße
weggenommen und auf den richtigen Weg geschickt“ habe. Rodenbachs Bürgermeister Dr.Sascha Raabe erinnerte daran, dass der Aufstieg
der Gemeinde zum Laufsport-Mekka dem Ortsbürger Harry Arndt zu verdanken sei.

Harry Arndt zeigte sich von den Lobreden auf seine Person und sein Schaffen tief beeindruckt. „Ich fühle mich sehr geehrt,
glücklich und zufrieden.“ Erst 1970 begann der 1936 als Sohn eines Landwirts und Fischzüchters im polnischen Chorab geborene
Ausdauerathlet und Multifunktionär, sich dem Laufen zu widmen. Sein damaliges Vorbild war der 1.000-Meter-Weltrekordhalter Jürgen
May. 32 Jahre später war es Jürgen May, inzwischen Vorsitzender der Sparkassen-Sportstiftung, der Arndt die „längst überfällige
Auszeichnung“ überreichte.

Harry Arndt habe sich unermüdlich für die nationale und internationale Leichtathletik eingesetzt, seine schulische und
außerschulische Arbeite könne man nur mit beispielhaft bezeichnen, sagte May in seiner Laudatio. „Harry Arndt ist Initiator,
Motor und Organisator zugleich, er hat Rodenbach und Hanau in Läuferkreisen in ganz Europa zu einem Begriff werden lassen“; lobte
der Stiftungs-Vorsitzende. 1975 gründete der mittlerweile 65-Jährige den SSC Hanau-Rodenbach, in dem Kinder aus einem guten
Dutzend Nationen Sport treiben und der in Hessen im Langlaufbereich mehr Erfolge aufweisen kann als die Hochburgen Eintracht
Frankfurt oder LG Frankfurt. Knapp 30 Deutsche Meistertitel und 250 Siege bei Hessenmeisterschaften wurden unter der Regie des
Vorsitzenden und Trainers Arndt gesammelt. Der pensionierte Lehrer zeichnete als Organisator von 25 großen Marathon- und
Langstreckenläufen verantwortlich. Der Lehrer aus Hingabe und Läufer aus Leidenschaft gründete die Deutsche
Ultramarathon-Vereinigung, deren Erster Vorsitzender er ist, und er gehört dem Präsidium des Weltverbandes an. Zudem war er der
Vater der SSC-Europastaffeln für Frieden und Völkerverständigung, die unter anderem über 7000 Kilometer von Gibraltar zum Nordkap
und über 4.000 Kilometer von Bonn nach Athen führten.

Auch sein sportliches Durchhaltevermögen ist für den Normalbürger beeindruckend. Seinen ersten 100-Kilometer-Lauf absolvierte
er Anfang der siebziger Jahre in Biel/Schweiz ohne größere Trainingsvorbereitung. Wenige Jahre später zählte er zu den Topläufern
der internationalen Szene, wobei seine 100-Kilometer-Bestzeit von 6:49:17 Stunden aus dem Jahre 1983 jahrelang die Weltbestzeit
für 45-Jährige war.

In 77 Stunden lief der Chemie-, Geographie- und Sportlehrer die knapp 400 Kilometer von München nach Aschaffenburg unter
schwierigsten Winter-Bedingungen. Harry Arndts Lebensmotto lautet: Was ich mache, mache ich nicht nur ganz, sondern gut. Schon
früh war dem Mann, dem 1996 das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen wurde, klar, dass er Lehrer werden
möchte. Sein Examen legte er mit Auszeichnung ab. Mit dem selben konsequenten Streben und Fleiß widmete er sich der
Vereinstätigkeit. Noch heute sitzt er von morgens bis abends vor dem Computer, um für den SSC und die Ultramarathon-Vereinigung
organisatorische Arbeit zu erledigen.

„Ich habe fast meine ganze Freizeit für den Sport eingesetzt“, erklärte der Schärttner-Preisträger in seiner Dankesrede. Pro
Jahr seien es mehr als 1000 Stunden ehrenamtliche Arbeit gewesen. Es habe kein Wochenende gegeben, an dem er nicht selbst Aktiv
gewesen sei oder Nachwuchssportler zu Wettkämpfen begleitet habe. Arndt bat seine ebenfalls vom Laufvirus infizierte Gattin Sigrid
um Nachsicht, dass er ihr in puncto Kultur und Freizeit viele Annehmlichkeiten vorenthalten habe, und gab das Versprechen, mit ihr
noch alle Erdteile zu erkunden. Die vielen Worte das Dankes gab Harry Arndt an seine Söhne Carsten und Sascha weiter. Carsten, der
zehn Deutsche Meistertitel gesammelt und fünf deutsche Jugendrekorde aufgestellt hat, sei für den Verein ein Kristallisationspunkt
gewesen, der die Jugendlichen motiviert habe. Sascha sei als Trainer in seine Fußstapfen getreten und zeichne für Titel
verantwortlich.

Mit freundlicher Genehmigung des Hanauer Anzeigers

65.Geburtstag von Harry Arndt

Harry Arndt feierte am 26.November seinen 65.Geburtstag. Der Gründer und Vorsitzende des SSC Hanau-Rodenbach und der Deutschen
Ultramarathon-Vereinigung (DUV), die am 29.12.1985 in seinem Haus von 22 Pionieren des Superlanglaufs als Spitzenorganisation ins
Leben gerufen wurde, ist zwar seit eineinhalb Jahren pensioniert, absolviert aber aufgrund des ehrenamtlichen Engagements weit
mehr als einen Acht-Stunden-Arbeitstag.

Sein sportliches Lebenswerk, für das er in diesem Jahr die Sportplakette der Stadt Hanau verliehen bekam, ist so breit
gefächert wie seine eigenen läuferischen Qualitäten, die ihn schon Mitte der 70er-Jahre zum Allrounder machten, und die er noch
als 60-Jähriger mit dem Eintrag in die Deutsche Seniorenbestenliste auf allen Disziplinen zwischen 800 Metern im Stadion und 100
Kilometer im Straßenlauf unter Beweis stellte. Seine sportliche Glanzleistung erbrachte er mit 47 Jahren, als er auf der
100-Kilometer-Strecke mit 6:49:17 Stunden den Jahrgangs-Weltrekord aufstellte.

Als Mitarbeiter und Repräsentant der Deutschen Ultramarathon Vereinigung bewegt sich Harry Arndt seit 1998 auf internationalem
Parkett. Er gehört als Sprecher des Ultralanglaufs dem Breitensport-ausschuss des Deutschen Leichtathletik Verbands an, ist aber
als Organisator und internationaler Kontaktmann mehr ein Vertreter des Leistungssports. Mit über 1.500 aktiven Mitgliedern ist die
DUV führend in Europa und sogar in der Welt. Seit 1988 nehmen unter Führung und Betreuung durch Harry Arndt repräsentative deutsche
Mannschaften an Welt- und Europameistercups teil, die mit zahlreichen Medaillen stets zu den besten Teams zählen. Weiterhin ist man
auf dem Wege, dass daraus Weltmeisterschaften werden, sobald die IAAF zustimmt. Der Europäische Verband (EAA) hat das schon getan,
so dass ab dem nächsten Jahr offizielle Europameisterschaften über 100 Kilometer ausgetragen werden. Der Einfluss von Harry Arndt
beschränkte sich dabei nicht nur auf seine Tätigkeit als Funktionär, sondern auch auf seine Organisationsarbeit in Hanau und
Rodenbach. Bei mehr als einem Dutzend 100-Kilometer-Läufen im Staatsforst Wolfgang setzte er im Rahmen „seiner“ Musterveranstaltung
immer wieder Maßstäbe für die Durchführung internationaler Titelkämpfe.

Darüber hinaus gibt Harry Arndt seit rund zehn Jahren, gestützt auf weitere Statistiker, jährlich Bestenlisten mit
internationalen Angaben und Rekordlisten heraus. Das DUV-Statistik-Jahrbuch umfasste für das Jahr 2000 216 Seiten.

Mit der DUV hat der Rodenbacher eine Organisation aufgebaut, die die Sparte Ultramarathon total abdeckt. So wurden nicht nur
die 100 Kilometer mit den Unterdistanzen 50 und 60 Kilometern populär gemacht, sondern auch Läufe über 24 und sogar 48 Stunden
ausgerichtet. Die Zahl der von Harry Arndt, der sich zum Glück für sein „Hobby“ auf seine Frau und die beiden Söhne stützen kann,
organisierten Veranstaltungen ist nicht zu zählen, seine Initiativen und sein Engagement sind beispiellos. Events wie die Hanauer
Schulmeisterschaft im 1.000-Meter-Lauf als „jüngstes Kind“ oder die in früheren Jahren mit dem Schul-Sport-Club SSC Gebeschusschule
Hanau organisierten Staffel-Läufe durch Hessen, Deutschland oder sogar Europa zeigen es – die Arbeit an der Basis und mit den
Hanauer Kindern nimmt stets einen großen Stellenwert ein. Noch heute ist der pensionierte Pädagoge als Leiter der Schulsport-AG
an der Gebeschusschule und als Nachwuchstrainer im SSC Hanau-Rodenbach aktiv.

Schon 1996 konnte Harry Arndt das Bundesverdienstkreuz für sein soziales Engagement im Sport entgegen nehmen, in diesem Jahr
folgte mit der Sportplakette der Stadt Hanau eine weitere offizielle Ehrung.

Fritz Steinmetz/ Sascha Arndt