Christian Ache trotz Sturzpech EM-Achter

Jugendtriathlet mit Top-Leistungen und doppeltem Pech

Triathlon. Christian Ache hat bei den Triathlon-Europameisterschaften in Elblag/Polen ein dramatisches Debüt in der internationalen Meisterschaftszene gefeiert. Obwohl er mit dem achten Platz in der Junioren-Wertung sein vorab ausgegebenes Ziel einer “Top-30-Platzierung” zur WM-Qualifikation weit übertraf, hätte es durchaus noch besser kommen können. Denn mit einem Sturz auf der Radstrecke verlor er wertvolle Sekunden, zunächst den direkten Anschluss an die Spitzengruppe und vor allem wichtige Kraftreserven. 

Dank einer stabilen Schwimmleistung in der 750-Meter-Auftaktdisziplin in der Verfolgergruppe positioniert, machte sich Ache im 20-Kilometer-Radabschnitt sofort auf die Verfolgung der Spitze, die nur mit kompromissloser Tempofahrt einholbar schien. Auf dem mit insgesamt 20 Wenden und engen Kurven sowie Kopfsteinpflaster gespickten Rundkurs war dieser Einsatz dann kurz vor Erreichen der Führenden zu viel des Guten: “Ich bin mit dem Vorderrad weggerutscht und gestürzt. Zum Glück war ich schnell wieder auf den Beinen”, erklärte Ache das Missgeschick, das für ihn eine zweite Aufholjagd bedeutete. Wiederum mit höchster Anstrengung, aber kurz vor dem Wechsel auf die abschließenden fünf Laufkilometer war er  inmitten der 15-köpfigen Spitzengruppe erfolgreich.

Doch während Christian Ache ansonsten zu den schnellsten Läufern zählt, zahlte er jetzt den Preis für den Kraftakt auf dem Rad. Denn mit 16:00 Minuten für die Laufdisziplin blieb er fast eine Minute hinter dem siegreichen Luxemburger Sebastian Ziekmann (55:47 Minuten), hatte 36 Sekunden Rückstand zum drittplatzierten Österreicher Kaindl (56:09 Minuten) und kam als zweitbester Deutscher direkt hinter Henry Haag (7.Platz/56:32 Minuten) nach 56:45 Minuten als Achter ins Ziel. 

Nach Kettenmalheur Bronze um zwei Sekunden verpasst

“Das war der härteste Wettkampf meines Lebens”, urteilte der 19-Jährige SSC-Läufer nach seinem Einsatz, der als zweiter Deutscher zur direkten Nominierung für die Mixed-Staffel am zweiten Wettkampftag führte. Die ersten drei DTU-Athleten Ava Martha Brambier, Henry Haag und Carlotta Bülck gaben Christian Ache sogar einen Zwei-Sekunden-Vorsprung auf Großbritannien, Spanien und Frankreich mit auf die letzten 300 Meter Schwimmen, acht Kilometer Rad und 1,6 Kilometer Laufen. Und obwohl Ache auf der Radstrecke hinter den später siegreichen Briten gemeinsam mit dem Spanier den Konkurrenten aus Frankreich zunächst distanzieren konnte, klebte abermals das Pech an seinem Rad. Diesmal löste sich kurz vor der Wechselzone die Kette. “Ich musste sie während der Fahrt mit meiner Hand wieder auflegen, wodurch der Franzose näher kam und mich kurz darauf einholte”, so Ache. Zwar rannte er dann auf der Laufstrecke die zweitschnellste Zeit aller Teilnehmer, aber dass ausgerechnet der Franzose nochmals zwei Sekunden flotter unterwegs war und ihn im Spurt bezwang, kostete letztlich die Bronzemedaille. Es gewann Großbritannien in 1:30:45 Stunden vor Spanien (1:31:03 Stunden) und Frankreich (1:31:12 Stunden). Für das deutsche Quartett blieb Rang vier in 1:31:14 Stunden. Das Lob des Bundestrainers Heimerdinger war dennoch verdient: “Es haben alle gekämpft. Es ist zwar ärgerlich, wenn es so knapp ist, aber das ist Sport!” 

Nach kurzer Regeneration geht es parallel mit dem Schulbeginn des Abiturjahrgangs in die Vorbereitung auf den nächsten Saisonhöhepunkt. Mit der Normerfüllung durch die Top-30-Platzierung der EM tritt Christian Ache am 24.September im spanischen Pontevedra erstmals bei einer Junioren-Weltmeisterschaft an.