Tim Völker als U20-Vizemeister und Habtemichael Abiysolom als M55-Dritter mit Einzelmedaillen
Uelzen. Die Jugend des SSC Hanau-Rodenbach hat ihren Titel bei den deutschen Straßenlaufmeisterschaften verteidigt. Tim Völker, Tom Knauer und Lennox Hardt wiederholten den Vorjahreserfolg, obwohl dieses Mal lediglich Tom Knauer aus dem letztjährigen Siegerteam am Start des Zehn-Kilometer-Wettkampfs stand. Ohne den aus Altersgründen nicht mehr startberechtigten Rekordläufer Tristan Kaufhold und ohne den im Triathlon-Trainingslager gebundenen Europacupsieger Christian Ache ging es allerdings auf dem fünffach zu durchlaufenen Rundkurs durch die Ülzener Innenstadt erwartungsgemäß spannend zu.
“Jede Sekunde zählt!”, war die Maßgabe für ein möglichst hartes Finish, das das U20-Trio zuerst an die Leistungsgrenze und dann zur umjubelten Goldmedaille führte. Denn mit der Gesamtzeit von 1:35:41 Stunden lagen Völker, Knauer und Hardt lediglich sieben Sekunden vor der mitfavorisierten LG Olympia Dortmund (1:35:48 Stunden) und 32 Sekunden vor der LG Region Karlsruhe (1:36:13 Stunden).
Gleich drei persönliche Bestzeiten waren notwendig, um diesen Coup zu landen. So mischte Tim Völker von Beginn an im Rennen um die Einzelmedaillen mit und konnte sich auf der zweiten Streckenhälfte bis ins Ziel nach 30:34 Minuten entscheidend von Janis Matheo Grunwald (Berliner SV/30:52 Minuten), Lukas Bugar (VfL Münster/31:01 Minuten) und Aik Straub (LGO Dortmund/31:11 Minuten) lösen. Lediglich Benjamin Klonowski (TuS Lichterfelde) war in 29:54 Minuten nicht zu bezwingen, so dass sich Tim Völker nach U18-Gold im Vorjahr nun mit U20-Silber den nächsten großen Einzelerfolg sicherte. Tom Knauer steigerte seinen Hausrekord gar um fast 40 Sekunden und erkämpfte sich in der Zeit von 31:37 Minuten den achten Platz in der U20. Für den aus der U18 zur Komplettierung des Teams hochgemeldeten Lennox Hardt gab es die ebenso deutliche Verbesserung auf 33:30 Minuten (29.Platz), wobei der 17-Jährige den Schlusskilometer in 3:10 Minuten auf den Uelzener Asphalt trommelte und entscheidende Sekunden gutmachte. Nils Schrodt kämpfte sich in 36:54 Minuten ins Ziel.
“Es war auf jeden Fall ein sehr hartes Rennen, zumal es einige Höhenmeter und Kurven pro Runde gab, aber ich bin natürlich mit Gold und Silber sehr zufrieden”, erklärte Tim Völker, der zwischenzeitlich sogar zum schnellsten SSC-Erwachsenen Marius Abele (42.Männer/30:25 Minuten) aufschließen konnte, dessen Tempoverschärfung auf dem Schlusskilometer von 2:53 Minuten jedoch nicht mithielt.
Die männliche U18 feierte drei weitere persönliche Bestmarken, die sie mit der Gesamtzeit von 1:46:12 Stunden auf Rang fünf der nationalen Teamwertung führten. Erst seit wenigen Monaten im Training, beeindruckte der 16-jährige Benjamin Seizinger mit 35:16 Minuten und Platz 21 direkt vor Lenny Luca Frank (35:17 Minuten), während Moritz Knauer nach überstandener Erkältung in 35:39 Minuten den 27.Platz belegte. Ebenfalls schnell wie nie zuvor war Julian Doetsch. Der Orientierungslaufspezialist und SSC-Gastläufer aus Steinberg verbesserte sich auf 34:17 Minuten und belegte den 15.Platz.
Für eine unerwartete Urkundenplatzierung sorgte in der weiblichen U18 Nimora Habtemichael. Erstmals bei einer DM am Start, hielt sie den 4:00-Minuten-Kilometerschnitt bis ins Ziel durch, wo sie mit 40:01 Minuten auf Rang acht regisitriert wurde und damit den größten Erfolg ihrer Karriere feierte.
Ihr Vater Habtemichael Abiysolom ist hingegen bereits mehrfacher deutscher Mannschaftsmeister in der M50 und älter. Zwar blieb ihm Teamgold heuer gemeinsam mit seinen Mannschaftskameraden Markus Riefer (5.M60/36:58 Minuten) und Steffen Knauer (6.M55/37:10 Minuten) verwehrt, doch in 36:03 Minuten holte er sich wie im Vorjahr die M55-Bronzemedaille in der Einzelwertung. Das knappe Glück der SSC-Jugend hatten die Senioren allerdings nicht. Lediglich fünf Sekunden fehlten Abiysolom, Riefer und Knauer nach 1:50:11 Stunden zu Mannschaftsgold, das an den siegreichen TV Refrath (1:50:06 Stunden) ging. Hans Dietmar Jäger (38:52 Minuten) belegte in der M60 den zehnten Platz. Lea Blandamura verfehlte in 38:06 Minuten bei den Frauen ihre persönliche Bestzeit nur knapp.