Bestzeit und Erwartungen übertroffen
Stockholm. Kerstin Bertsch (SSC Hanau-Rodenbach) hat bei der Hyrox-Weltmeisterschaften im Frauen-Pro-Wettbewerb der Klasse W35 überraschend den zwölften Platz belegt. Obwohl die mehrfache hessische und deutsche Langstreckenmeisterin lediglich in der zweitschnellsten Gruppe der 120 Teilnehmerinnen zwischen dem 41. und 80. Platz der Vorleistung auf die achtmal zu durchlaufende Kilometerrunde mit entsprechenden Kraftübungen geschickt wurde, gelang ihr die Steigerung ihrer Bestzeit um mehr als eine Minute. Mit 1:04:43 Stunden war sie zweitschnellste Deutsche hinter Jasmin Wonik (8.PLatz/1:03:52 Stunden).
“Dabei hatte ich mir in den Tagen vor dem Einsatz eine Rückenblockade zugezogen und bin im Vorfeld sicherheitshalber nicht mehr an die Geräte gegangen. Um nichts zu riskieren, nicht einmal beim Aufwärmen – ich wusste also gar nicht so recht, wie ich die Sache meistere”, erklärte Bertsch, die sogar auf die sonst üblichen Steigerungen beim Warmlaufen verzichtete, “denn ich habe gemerkt, dass da noch etwas im argen liegt.” So lief sie in der Anfangsphase zunächst in der mehrköpfigen Spitzengruppe mit, war nach dem Ski-Ergometer Zweite, drückte und zog in der Wettkampfeuphorie den 152-Kilogramm-Schlitten dann aber so schnell über die Strecke, dass sie danach “so mit Laktat zu war, dass ich eigentlich nicht mehr laufen konnte. Aber das hat sich dann zum Glück recht schnell regeneriert und ich habe die Führung übernommen.
Die baute sie in ihrer Gruppe über Burpees, Rudern, Famers Carry und Ausfallschritten mit Sandsack so weit aus, dass der Gruppensieg frühzeitig feststand – zumal der Rücken hielt.
Im abschließenden Medizinballhochwurf halbierte Kerstin Bertsch ihre Zeit vom Saisoneinstand für die 100 Würfe auf 4:10 Minuten und machte so ihren bislang besten Wettkampf perfekt. “Ich bin hochzufrieden und sehe gleichzeitig noch taktisches Potenzial, denn in der Anfangsphase habe ich überzogen. Das ist der Nachteil, wenn man nicht in der schnellsten Starterinnengruppe ist, wo man sich während des gesamten Wettkampfes orientieren kann”, so Bertsch.
Nach einer ruhigen Saisonphase wird die vierfache Mutter noch im Sommer wieder ins zielgerichtete Training einsteigen, denn “den Bereich um 1:02 Stunden und eine Top-ten-Platzierung” sieht sie als realistisch an.