Deutsche Meisterschaft als Saisonhöhepunkt
Nachwuchs-Asse Mikitenko und Kaufhold über 5000 Meter in Wattenscheid am Start
Bochum-Wattenscheid. Vanessa Mikitenko und Tristan Kaufhold treten als amtierende U23-Meister im 5000-Meter-Lauf bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften an. Mikitenko geht seit dieser Saison im Trikot von Silvesterlauf Trier auf Titeljagd und besitzt nach ihrem überzeugenden U23-Sieg an gleicher Stätte vor drei Wochen nun beste Chancen auf einen Medaillen-Coup bei den Erwachsenen. In der Meldeliste stehen lediglich Lisa Merkel (Tübingen/15:10,81 Minuten) und die deutsche 10000-Meter-Meisterin Blanka Dörfel (Berlin/15:11,89 Minuten) vor der gebürtigen Freigerichterin, die ihre Bestzeit von 15:18,77 Minuten Mitte Juni in Nizza erzielte. Hinzu kommen noch die zuletzt auf Formsuche befindliche deutsche Crossmeisterin Elena Burkhard (LG Nordschwarzwald/15:52,08 Minuten) sowie EM-Teilnehmerin Eva Dieterich (Tübingen/16:10,25 Minuten), die beide für Zeiten um 15:20 Minuten gut sein sollten. Vanessa Mikitenko ist auf die taktischen Finessen eines Meisterschaftsrennens bestens vorbereitet. Die 21-Jährige stellte zuletzt in Pfungstadt über 1500 Meter in 4:10,10 Minuten eine neue persönliche Bestzeit auf. Dank ihrer Spurtfähigkeit besitzt sie gerade gegen die Langstreckenspezialistin Blanka Dörfel ein geeignetes Mittel, um in der Endphase zu bestehen. Der Startschuss zum 5000-Meter-Lauf fällt um 20:15 Uhr.
Nur 20 Minuten später geht es Tristan Kaufhold (SSC Hanau-Rodenbach) auf die zwölfeinhalb Stadionrunden. Der SSC`ler hofft nach muskulären Problemen im Nachgang der deutschen U23-Meisterschaften auf komplett beschwerdefreies Laufen und die Chance auf einen Erfolg “aus der zweiten Reihe”. Denn während die Sub-13-Minuten-Läufer Florian Bremm (Franconia Athletics/12:56,80 Minuten) und Frederik Ruppert (Tübingen/12:57,61 Minuten) im Feld der 24 Teilnehmer eine Klasse für sich sind, folgen ab 13:43 Minuten sieben weitere Athleten unter der 14-Minuten-Marke mit Medaillenchancen. Hier stellt sich Tristan Kaufhold mit seiner Ende Mai aufgestellten Bestzeit von 13:48,42 Minuten der Herausforderung im Vergleich mit dem spurtstarken Hochkaräter Maximilian Thorwirth (Tübingen/13:45,56 Minuten) und Cross-EM-Starter Nick Jäger (Franconia Athletics/13:54,79 Minuten). Vielleicht geht es sogar in Richtung neuer Bestzeit, die für Kaufhold doppelt wertvoll sein könnte, hat der Deutsche Leichtathletik-Verband doch die finanziell reizvolle Perspektiv-Kadernorm für den Jahrgang 2006 auf 13:45,00 Minuten festgelegt.
Im Vorjahr noch mit seinem Doppelstart über 1500 Meter und 5000 Meter zweimal in den Finalrennen vertreten, konzentriert sich Sebastian Hauf (SSC Hanau-Rodenbach) nun auf die Mittelstrecke. Hier machte er am vergangenen Wochenende mit seiner persönlichen Bestzeit von 3:44,33 Minuten und dem Zeitlaufsieg beim Meeting in Heusden/Belgien auf sich aufmerksam. “Diese Zeit möchte ich weiter steigern”, gibt der 34-jährige die Marschrichtung vor. Allerdings heißt es für den ältesten Teilnehmer der 32 Starter zunächst durch eine Spitzenplatzierung im Vorlauf am Samstag den für Sonntag 17:25 Uhr angesetzten Endlauf der Top Zwölf zu erreichen. Nach seinem neuen 800-Meter-Hausrekord von 1:52,91 Minuten sind die Chancen für ihn gestiegen.
Sebastian Spinnler (LG Seligenstadt) feiert einmal mehr die Teilnahme an der deutschen Meisterschaft als Erfolg. Der Dreispringer des Jahrgangs 1996 näherte sich mit seiner Ende Juni erzielten Qualifikationsweite von 14,67 Metern bis auf acht Zentimeter an seine Bestmarke von 2024 an und setzt sich nun mit weitaus jüngeren Konkurrenten auseinander. Dabei kann er sich als Zwölfter der 13 Starter lediglich geringe Hoffnungen auf das Erreichen des Endkampfes der besten acht Springer machen, will aber am Sonntag ab 14:06 Uhr die großartige Stimmung im ausverkauften Wattenscheider Lohrheide-Stadion mitnehmen. “Die Atmosphäre mit so vielen Zuschauern habe ich nur dort – so oder so sind deutsche Meisterschaften immer etwas Besonderes für mich!”
Triathlet Becker bei den Finals in Steinhude
Aus der Not eine Tugend gemacht hat Fynn Becker (SSC Hanau-Rodenbach). Der frühere süddeutsche U23-Meister im 1500-Meter-Lauf und Berglauf-DM-Teilnehmer musste wegen langwieriger Fußprobleme den Fokus zwischenzeitlich auf sein Triathlontraining setzen, so dass er inzwischen erfolgreich für den DSW 12 Darmstadt in der ersten Bundesliga antritt. Dass er sich im Sommer 2026 wieder auf seine Stärken im Lauf verlassen kann, bewies er Mitte Juli in Pfungstadt mit der 1500-Meter-Zeit von 3:56,60 Minuten, so dass er bei den Triathlon-Finals am Sonntag in Steinhude vor allem in der letzten Disziplin des Fünf-Kilometer-Laufs punkten und in die erste Hälfte des 100 Mann starken Teilnehmerfelds kommen möchte. “Wir haben innerhalb der Bundesliga mit 16 Vereinen ein Top-Fünf-Team. Das Podium wäre natürlich klasse, nachdem wir letzte Woche in Tübingen den vierten Platz belegt haben”, erklärte Becker, der mit seinen Teamgefährten auf der Kurzdistanz über 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen antritt.
Hier auf dem Foto, das Dieter Kaufhold mir geschickt hat, ist Tristan (Nr.744) schon mit 9 Jahren der Schnellste im 4,2km-Lauf (Zeit: 16:34 min.!).
Kommentar von Dieter: Nach über zehn Jahren aus dem Rodenbacher Wald auf die Laufbahn zur „richtigen“ Deutschen Meisterschaft in Wattenscheid.
Vielen Dank für Eure Arbeit und Unterstützung in den letzten zehn Jahren!
Und wir danken Tristan mit Familie für die schönen Erlebnisse im Lauf und bei den Laufveranstaltungen – weiter so, wir freuen uns! Und drücken natürlich die Daumen, dass es in Wattenscheid gegen die 5000m-Asse “rund geht”!