Fünfte deutsche Jahresbestzeit und Deutschland-Cup-Siegerin

Lisa Oed trotzt Knieschmerz und Gegenwind
 
Mit der fünften deutschen Jahresbestzeit für die Jugend U20 hat Lisa Oed (SSC Hanau-Rodenbach) ihre Ausnahmestellung im Langstreckenlauf unter Beweis gestellt. Die Vizeweltmeisterin im Berglauf und Achte der Hindernis-WM kann auch im Flachen schnell unterwegs sein: Jetzt erzielte sie beim Great 10K Berlin mit 34:42 Minuten eine neue Bestzeit über zehn Kilometer.
Dabei war in den Tagen vor dem Wettkampf nicht einmal die Teilnahme an dem laut Ausrichter „schnellsten deutschen Zehn-Kilometer-Straßenlauf“ gesichert. Knieschmerzen in Folge der Halbmarathonteilnahme in Aschaffenburg mit einer weiteren nationalen Jahresbestmarke von 1:18:44 Stunden ließen in der Vorwoche gleich mehrere Trainingseinheiten platzen und sorgten bis zum letzten Tag für Unsicherheit. Die Einstimmung in Hauptstadt signalisierte dann jedoch „grünes Licht“, denn am Tag vor dem Wettkampf verlief sich Lisa Oed und machte aus den geplanten 35 Minuten Aufwärmen mal eben 90 Minuten, ohne auf dem Weg zurück zum Hotel neuerliche Knieprobleme zu bekommen.
„Das war dann schon ein gutes Zeichen, auch wenn die Strecke ein Stück länger als geplant war“, kommentierte die Medizin-Studentin den unfreiwilligen Belastungstest für das Knie, das auch im Wettkampf mitspielte. Einen reibungslosen Auftritt vermochte Lisa Oed dennoch nicht zu präsentieren. Hier machten ihr die Witterungsbedingungen einen Strich durch die Rechnung, denn drehende Winde sorgten auf dem Vierecks-Kurs durch Berlin für ein fast durchgängiges Gegenwind-Gefühl. „Ich habe gekämpft bis zum Umfallen und musste ab Kilometer sechs wirklich auf die Zähne beißen, um durchzuhalten“, so Oed, die gleich mehrfach belohnt wurde. Denn neben dem Gesamtsieg im Frauen-Hauptlauf holte sie sich den Siegerpreis in der U20, Rang drei in der U23 und den Sieg in der Gesamtwertung der German-Road-Races, des Straßenlauf-Cups des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), ab.
Das gleiche Kunststück gelang ihrem Vereinskameraden Julius Hild. Nach Rang eins beim ersten Wertungsrennen in Würzburg steigerte er seine persönliche Bestzeit auf 31:40 Minuten und war damit in der Straßenlauf-Cup-Wertung unangefochten vorne. Weitere Bestenlisten-Zeiten liefen Lukas Abele (U23/31:53 Minuten), Marius Abele (U20/32:18 Minuten) und deren neuer Trainingsgefährte Dominik Müller (U20/32:43 Minuten). Die schnellsten deutschen Teilnehmer der Gesamtwertung waren Alina Reh (SSV Ulm/31:23 Minuten) und Richard Ringer (Friedrichshafen/29:22 Minuten).