Kaufhold und Hauf im ausführlichen Sub-14-Minuten-Bericht:

Vorstoß in neue Dimensionen

Tristan Kaufhold und Sebastian Hauf beste Deutsche über 5000 Meter 

Brüssel. Tristan Kaufhold und Sebastian Hauf nutzten die hochkarätige Konkurrenz des IFAM-Sportfests zu neuen persönlichen Bestzeiten im 5000-Meter-Lauf. Die beiden Asse des SSC Hanau-Rodenbach traten beim World-Bronze-Meeting mit mehr als 200 internationalen Startern in neun verschiedenen Wertungsrennen an und brillierten als beste Deutsche mit Zeiten deutlich unter 14 Minuten. So erzielte Tristan Kaufhold mit 13:48,42 Minuten nach Aaron Bienenfeld (13:18 Minuten/2024) und Jürgen May (13:33 Minuten/1969) die drittschnellste jemals gelaufene Zeit des Leichtathletik-Kreises Offenbach-Hanau, während sich Sebastian Hauf mit 13:54,00 Minuten auf dem vierten Platz einreihte. Beide qualifizierten sich für die deutschen Meisterschaften im Juli in Wattenscheid. 

Für Tristan Kaufhold gilt dies sogar doppelt, denn ihm steht nun der Start bei den U23-Junioren und bei den Erwachsenen offen. Der 19-jährige vielfache deutsche Jugendmeister erwischte in Brüssel einen ausgezeichneten Tag und ließ sich auch von der sommerlichen Wärme nicht beeindrucken. “Zum Glück wurde es zur Startzeit um 23 Uhr im Stadion etwas angenehmer”, so Kaufhold, der von Beginn an das hohe Tempo der Spitzengruppe mitging und selbst bei Kilometerabschnitten um 2:46 Minuten einen stabilen Eindruck hinterließ. Als dann in der Schlussphase Daniel Kipyeko aus Uganda, der Italiener Deste und der Spanier Gaitan Mordillo den Sieg des Zeitlaufs unter sich ausmachten, hielt der SSC-Athlet auf Rang vier sein Tempo eisern durch und bejubelte im Ziel die deutliche Steigerung seiner Stadion-Bestmarke von 14:20,47 auf 13:48,42 Minuten. Selbst zur in Carbonschuhen erzielten Straßenlaufzeit von 13:59 Minuten holte Kaufhold nochmals elf Sekunden heraus. 

In der deutschen U23-Bestenliste nimmt er nun direkt hinter dem zwei Jahre älteren Benne Christian Anderson (St.Peter Ording/13:42,15 Minuten) den zweiten Platz ein und zählt für die deutschen Junioren-Meisterschaften in dieser Form zum engsten Favoritenkreis. 

“Dafür sind wir nach Belgien gekommen”, kommentierte auch Sebastian Hauf seinen neuen Hausrekord von 13:54,00 Minuten. Den “Temperaturschock” von 30 Grad bei der abendlichen Autofahrt zum Stadion blendete der hauptamtliche städtische Verwaltungsleiter ebenso aus wie eine “eher schwierige Woche” im Vorfeld. Denn als es dann im 28-Mann-Feld zur Sache ging, zeigte sich Hauf jederzeit auf der Höhe des Geschehens. “Es war ein kurzweiliger Lauf, weil wir laut Meldezeiten allesamt knapp unter oder um 14 Minuten positioniert und bei gleicher Leistungsstärke dauernd Bewegung im Feld war. Die Positionswechsel habe ich aber vermieden”, brachte der 34-Jährige sein Erfolgsrezept auf den Punkt. Während so mancher Konkurrent zusätzliche Meter auf Bahn zwei absolvierte, nahm Hauf stets die Innenbahn und hatte nach 8:23 Minuten bei der 3000-Meter-Zwischenzeit noch ausreichend Kraft, um die letzten zwei Kilometer zu beschleunigen. “Den Spurt meiner Gruppe habe ich für mich entschieden. Da ist wahrscheinlich sogar noch mehr drin!”, freute er sich mit Blick auf seine kommenden Rennen in Dublin und bei der Leichtathletik-DM Ende Juli in Wattenscheid, wo es wie im Vorjahr um eine Endkampfplatzierung geht.