Kerstin Bertsch startet bei der Hyrox-Weltmeisterschaft!

Hyrox wurde 2017 in Hamburg von Christian Tötzke und dem Hockey-Olympiasieger Moritz Fürste entwickelt. Der Name leitet sich von den Begriffen “Hybrid” als Kombination aus Kraft und Ausdauer sowie “Race” als Wettkampf ab. Ziel war es, ein für jeden Sportler zugängliches Ereignis zu schaffen, das einfache, aber fordernde Fitnessübungen in den Vordergrund stellt. Der Parcours ist weltweit überall exakt gleich aufgebaut. Er besteht aus acht Runden, bei denen sich jeweils ein Lauf von einem Kilometer Länge mit einer funktionellen Fitnessübung abwechselt. Die acht Übungen können dabei in der Einzelwertung alleine oder in der Partnerwertung nach freier Einteilung erfolgen und bestehen aus folgenden Elementen: Skilanglauf-Ergometer (1 Kilometer), 50 Meter-Gewichtsschlitten mit 152 Kilogramm schieben, 50 Meter-Gewichtsschlitten mit 103 Kilogramm ziehen, Burpees mit Weitsprung (80 Meter), Ruder-Ergometer (1 Kilometer), Gewichtsgang “Famers Carry” mit 2×24 Kilogramm Kettlebells (200 Meter), Sandbag Lunges (Ausfallschritte mit 20-Kilogramm-Sandsack/ 100 Meter), 100 Medizinball-Würfe mit 6 Kilogramm auf 2,70 Meter Höhe. Alle Angaben gelten hier für die PRO-Serie der Frauen (gleichbedeutend mit den Anforderungen der Männer in der offenen Klasse).  os    

Kerstin Bertsch startet bei der Hyrox-WM 

SSC-Laufspezialistin im W35-Vorderfeld erwartet

Stockholm. Für Kerstin Bertsch (SSC Hanau-Rodenbach) steht ein weiterer hochkarätiger Einsatz auf dem Wettkampfprogramm. Nach erfolgreichen Teilnahmen und nationalen Titelgewinnen im Straßenlauf, Cross- und Berglauf strebt die gebürtige Heusenstammerin nun eine  Platzierung im ersten Drittel bei der Hyrox-Weltmeisterschaft der Klasse W35 an. In Stockholm trifft sie dabei in der PRO-Serie der Frauen auf die weltweit besten 120 Athletinnen zwischen 35 und 39 Jahren. Die Qualifikationszeit von 1:10 Stunden aus ihrem ersten Rennen in Stuttgart legt sie für die WM auf den 70.Startplatz fest. 

“Das hat mich doch etwas geärgert, weil ich zuletzt in Berlin fünf Minuten schneller war und in der Weltrangliste auf Platz 38 stehe. Damit wäre ich in die erste der drei Startwellen von jeweils 40 Teilnehmerinnen gekommen und hätte so lange wie möglich vorne mitlaufen können, weil ich im Laufbereich meistens etwas stärker bin und dafür mehr Zeit für die Übungen benötige”, erklärte Bertsch, die nun das Beste aus der Situation machen will und eben im Alleingang angreifen wird. “In der zweiten Startwelle sind um mich herum die meisten Athletinnen um 1:08 bis 1:10 Stunden unterwegs. Da laufe ich dann vorneweg, was nicht ganz so einfach ist”, so die Einschätzung der seit dieser Saison in der PRO-Serie startenden SSC-Athletin. 

Ihre in Berlin erzielten 1:05:53 Stunden sieht sie verbesserungsfähig “bis 1:03 Stunden und in meinen kühnsten Träumen bis in eine Top-20- oder Top-10-Platzierung, aber dafür müsste alles perfekt laufen.” 

Immerhin bewies sie zuletzt in der Bundeshauptstadt, dass es mit ihrer Hyrox-Leistungsfähigkeit steil bergauf geht. Innerhalb weniger Wochen gelang ihr die Steigerung um fünf Minuten, womit sie hinter Tanja Stroschneider (Österreich/1:03:21 Stunden) den zweiten Platz belegte. Dabei fing sie noch auf der Zielgeraden ihre deutsche Konkurrentin Jasmin Wonik (1:06:00 Stunden) ab.

Gemeinsam mit der früheren deutschen Jugendmeisterin Lisa Oed (Rodgau) stellte sich Kerstin Bertsch außerdem dem Pro-Double-Wettbewerb der Frauengesamtwertung. Hier punkteten die Laufspezialistinnen mit starken 1000-Meter-Abschnitten und erkämpften sich als zweitbestes deutsches Team mit 59:53 Minuten den vierten Platz und ebenfalls die WM-Qualifikation. Der Sieg ging an die jüngeren Britinnen Holly Archer und Saskia Millard (56:43 Minuten) vor der Groß-Gerauerin Svenja Sommer und Tanja Schuck (58:48 Minuten). Aufgrund einer Verletzung von Lisa Oed fällt dieser WM-Start allerdings aus, so dass Kerstin Bertsch in diesem Jahr nur in der Einzelwertung teilnimmt.