Jörn Harland holt das Maximum heraus
Brüder-Grimm-Lauf-Rekordsieger nun Vizeweltmeister der Senioren
Janske Lazne/ Tschechien. Jörn Harland (SSC Hanau-Rodenbach) hat bei den Berglauf-Weltmeisterschaften der Senioren seine Zugehörigkeit zur internationalen Masters-Elite erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Der Offenbacher Berufsschullehrer, der in der Vergangenheit bei zahlreichen Trailläufen, als deutscher Meister und vierfacher Brüder-Grimm-Lauf-Sieger Erfolge feierte, errang in Tschechien auf der Halbmarathonstrecke in 1:50:05 Stunden den M45-Vizetitel in der Einzelwertung. Schneller auf der durch insgesamt 2400 Meter Höhendifferenz erschwerten Bergauf-bergab-Strecke war lediglich der überragende Bulgare Shaban Mustafa (1:44:34 Stunden), während Thierry Mignot (Frankreich/1:50:29 Stunden) dank Harlands starker Schlussphase mit Bronze vorlieb nahm.
“Die SSC-Taktik ist bestens aufgegangen, ich bin sehr zufrieden”, resümierte Harland, der an den bis zu 30-prozentigen Anstiegen und Gefällpassagen des örtlichen Skigebiets zunächst einen zurückhaltenden Einstieg wählte und dabei seine Teamkollegen Thomas Ungethüm (LG Vogtland) und Kay-Uwe Müller (TSG Schwäbisch-Hall) ziehen ließ. “Die Hitze am Berg war eine besondere Herausforderung. Bergab lief es dafür bei mir umso besser und ich habe einige Plätze gutgemacht”, so Harland. In Richtung Ziel zog er auch an Ungethüm (4.M45/1:50:45 Stunden) und Müller (5.M45/1:50:50 Stunden) vorbei und erlebte dann wegen der Silberplatzierung die erste Dopingkontrolle seiner langen Karriere.
Gemeinsam holte sich das Trio in der M45-Teamwertung überlegen den Senioren-WM-Titel, denn das deutsche Team lag mit elf Punkten vor Frankreich (20 Punkte) und Tschechien (29 Punkte). “Das war sensationell und so nicht erwartet, klasse!”
Für Daniela Köcher lief es ebenfalls bestens. Die Allrounderin, deren Wettkampfpalette von der 800-Meter-Mittelstrecke bis zum Marathon, Berg- und Crosslauf reicht, startete bereits am Eröffnungstag zum “Vertical”. Auf der 7,8-Kilometer-Strecke mit 850 Metern Anstieg und 220 Metern Gefälle hin zum Gipfel des Schwarzenberg machte auch sie Plätze gut und belegte nach 59:32 Minuten den siebten Platz in der W40 direkt hinter ihrer DLV-Teamgefährtin Stephanie Mosler (KSG Gerlingen). Vorneweg rannte Topfavoritin Nadine Hübel vom TV Dipperz, die nach 50:22 Minuten als Einzelsiegerin den Grundstein für das deutsche Mannschaftsgold vor Irland (46 Punkte) und Tschechien gelegt hatte und damit den Vorjahreserfolg wiederholen konnte.
Als Bonus startete Daniela Köcher am Schlusstag auf der Bergauf-Bergab-Strecke über neun Kilometer und insgesamt 1100 Metern Höhendifferenz. Dank ihrer vielseitigen Vorbereitung auf der Oberrodenbacher Silvesterlaufstrecke, am Hahnenkamm und im Taunus gelang ihr hier mit dem vierten Platz ihr bislang bestes Einzelergebnis. Zwar war das Medaillentrio mit Hübel (45:34 Minuten), Schweigkofler (Italien/47:30 Minuten) und Ficner-Zwoboroska (Polen/48:11 Minuten) außer Reichweite, doch mit 53:30 Minuten schöpfte Köcher ihr Potenzial aus und ließ noch 17 Teilnehmerinnen hinter sich. “Die mentale Unterstützung und die Tips von Jörn waren top. Läuferisch ist da definitiv noch einiges drin, gerade auch auf den technisch anspruchsvollen Bergabpassagen. Im nächsten Jahr in der W45 werde ich die Trailläufe im Saisonverlauf stärker gewichten”, blickte Köcher optimistisch in die Zukunft, in der es weitere Goldmedaillen geben soll. Denn in Janske Lazne verhinderte nur der verletzungsbedingte Ausfall von Titelverteidigern Regina Rieger (TV Maikammer) den zweiten WM-Mannschaftstitel.