U23-Meister Tristan Kaufhold überzeugt mit Platz fünf bei den Erwachsenen und hält lange mit dem 5000-Meter-Assen mit
Bochum-Wattenscheid. Tristan Kaufhold (SSC Hanau-Rodenbach) schaffte bei seiner ersten deutschen Meisterschaft der Erwachsenen im 5000-Meter-Lauf auf Anhieb ein Resultat mit Ausrufezeichen. Der 20-jährige Großkrotzenburger, der seit 2021 in den jeweiligen Jugendklassen jedes Jahr für Titel und Rekorde auf nationaler Ebene gut war, lief nun im Feld der 22 Starter gemeinsam mit den beiden Weltklasseläufern Florian Bremm (Franconia Athletics/Bestzeit 12:56,80 Minuten) und Frederik Ruppert (Tübingen/12:57,61 Minuten) die 5000 Meter auf derart hohem Niveau, dass er sich den “nahtlosen Übergang” in die Erwachsenenklasse attestieren lassen kann. Denn durch seinen fünften Platz in 14:14,37 Minuten mit lediglich sechs Sekunden Rückstand zum siegreichen Ruppert (14:08,15 Minuten), fünf Sekunden zu Bremm (14:09,03 Minuten) sowie drei Sekunden zu Bronzemedaillist Maximilian Thorwirth (Tübingen/14:11,15 Minuten) unterstrich Tristan Kaufhold seine zukünftigen Ambitionen auf dieser Strecke.
Dabei war das Rennen taktisch auf Abwarten angelegt und in dieser Ausprägung nicht zwangsläufig zum Vorteil des SSC-Athleten, der seine Jugendrekorde stets durch gleichmäßig hohe Tempoläufe erreicht hatte. Im Lohrheidestadion ließen es die Asse jedoch auf einen Spurtentscheid ankommen, der in einer pfeilschnellen Schlussrunde von 53 Sekunden mündete. Für Kaufhold gab es hier mit 58 Sekunden und 2:34 Minuten für den Schlusskilometer ebenfalls einen Knalleffekt, mit dem er gleich drei in der Rangliste vor ihm platzierte Konkurrentinnen abschüttelte.
Trotz des gelungenen Einstands zeigte er sich in der Reflexion durchaus selbstkritisch: “Ich bin zufrieden, aber nicht vollkommen, weil ich taktisch nicht alles so umgesetzt habe, wie ich es wollte. Als die Post abging, war ich im Feld eingebaut, obwohl ich kurz zuvor noch an der Schulter vom Führenden war. Deswegen wurde es dann doch hart aufzuholen. Wenn ich anders positioniert gewesen wäre, wäre zumindest der Kampf um Platz vier aufgegangen. Aber klar, insgesamt ist der fünfte Platz bei den Erwachsenen natürlich sehr gut”, so Kaufhold.
Top-Ten-Platzierung Hauf
Für seinen Vereinskameraden Sebastian Hauf gab es im 1500-Meter-Wettbewerb Licht und Schatten. Zunächst qualifizierte er sich am ersten Wettkampftag souverän für das Finale der Top zwölf, doch im Endlauf fehlte ihm dann dieses Gefühl der Leichtigkeit. “Was im Vorlauf so mühelos ging, als ich bei Streckenhälfte von hinten am Feld vorbeiziehen konnte und dann im Spurt kontrolliert zur Quali lief, war im Finale ganz anders.” Dabei machten die Athleten von Beginn an exakt das für Hauf optimale Tempo, der sich jedoch durchbeißen musste und letztlich mit 3:48,34 Minuten als Zehnter vier Sekunden über seiner Bestzeit von 3:44,33 Minuten blieb. Vorneweg stürmte Robert Farken (Leipzig/3:35,33 Minuten), gefolgt von Marc Tortell (Karben/3:38,69 Minuten). Sein Kommentar auf Strava: “Der Startschuss fällt und es war Zug drauf. Eigentlich genau meine Pace für eine Bestzeit, aber der Flow war nicht ganz da. Noch vor der letzten Runde habe ich eine Lücke aufgehen lassen. Das darf nicht passieren.
Wie unterschiedlich Rennverläufe sein können. Gestern ein gefühlt taktisches Rennen mit guter Schlussrunde und 3:47er-Endzeit und heute ein schnellerer Angang und hintenraus langsamer geworden: Endzeit 3:48.” Aber der zehnte Platz ist mehr als aller Ehren wert und so durfte der 34-jährige Hauf sein Resultat und die Saison als außergewöhnlich verbuchen: “Ich bin dieses Jahr fast durchweg neue Bestzeiten gelaufen, jetzt in den Top ten!”, sagte der vollzeitig berufstätige Amtsleiter der Stadt Langen, der sich gegen Studenten, Voll- und Halbprofis behaupten musste.